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Geschichten aus Nord-Tibet: Staffelrettung gibt Drolma ein neues Leben

Datum: 20.02.2020, 14:08 Quelle: China Tibet Online

Vor kurzem machte ich eine Dienstreise nach Tibet und traf dort Chen Zhiqing, einen Mitarbeiter von Sinopec Group, der zum zweiten Mal Tibet unterstützt. Bei dem Treffen erinnerten wir uns daran, wie wir zusammen der armen und kranken Viehhirtin aus Nord-Tibet, Siqiu Drolma, dabei halfen, ihre fünf Kilogramm schwere, riesige Geschwulst an ihrem Hals in Beijing entfernen zu lassen.

Am 21. April 2010 wurde eine seit 28 Jahren bestehende, fünf Kilogramm schwere Geschwulst am Hals von Siqiu Drolma, einer armen und kranken Viehhirtin aus Nord-Tibet, in einer zweistündigen Operation im Beijinger Stomatologischen Krankenhaus erfolgreich entfernt.

Als Drolma von den medizinischen Mitarbeitern aus dem Operationsraum herausgebracht wurde, während Li Yichao, Chen Zhiqing und ich vor der Tür warteten, freuten wir uns sehr darüber, dass die Geschwulst, deren Gewicht ein Zehntel des Körpergewichtes von Drolma ausmachte, entfernt worden war, und schlugen in die Hände.

Die damals 47 Jahre alte Drolma war Viehhirtin in der Gemeinde Xinji im Kreis Baingoin des Regierungsbezirks Nagqu des Autonomen Gebiets Tibet. Vor 28 Jahren wuchs an ihrem Hals eine Schwellung, die später zu einer Geschwulst von der Größe zweier menschlicher Köpfe geworden ist.

Drolmas Mann starb sehr früh an einer Krankheit. Sie hing von ihrer 18-jährigen Tochter Gama Wangmo ab. Wegen der Krankheit konnte sie nicht mehr Vieh hüten und lebte am Existenzminimum und bekam als Hilfe Getreide von der Regierung.

Eines Tages im Oktober 2002 gingen der damalige Vizekreisvorsteher von Baingoin, Li Yichao, ein Mitglied der ersten zur Tibet-Unterstützung in Tibet arbeitenden Sinopec-Mitarbeiter, und der Gemeindevorsteher von Xinji, Dorje, ins Zelt von Dolma. Die Tibeterin mittleren Alters, die ein Schaflederoberkleid trug, saß vor Li Yichao mit einem kleinen Mädchen im Arm auf dem Boden. Die entsetzliche große Geschwulst am Hals der Frau versetzte ihm einen Stoß.

Der Gemeindevorsteher Dorje erklärte Li, dass Drolma wegen des unpraktischen Verkehrs, der schlechten medizinischen Bedingungen und aus Armut nicht zur Behandlung aus dem Zelt herausgehen könne.

Aus der Verantwortung und Pflicht eines Tibet unterstützenden Beamten heraus begann Li, Drolma langfristig zu helfen.

Die Zelte der Viehhirten sind mobil. Deswegen kann man Geld nicht mit der Post schicken. Li konnte nur die Menschen, die zum Dorf gingen, darum bitten, Drolma Geld mitzubringen. Zweimal pro Jahr, einmal zumindest 500 Yuan.

2004 ging die Tibet-Unterstützung zu Ende und Li kehrte nach Beijing zurück. Trotzdem hielt er noch daran fest, Drolma zu finanzieren. Jedes Mal überwies er das Geld zuerst auf das Konto eines guten Freundes im Kreis Baingoin. Der Freund hob das Bargeld von der Bank ab und bat jemanden darum, es Drolma zu bringen.

2007 teilte der Freund, der eine Dienstreise nach Beijing machte, Li mit, dass Drolma schon im von der Regierung kostenlos angebotenen Sozialhaus wohne. Dies machte Li glücklich und zufrieden. Sofort schickte er Drolma 2000 Yuan, damit sie Gebrauchsartikel kaufen konnte, und bat darum, einige Fotos für ihn zu machen.

Auf den Fotos war es im Sozialhaus leer. Die Geschwulst an Drolmas Hals war schon viel größer geworden. Die Fotos bedrückten Li. „Die Behandlung duldet keinen Aufschub.“ Es war ihm klar, dass die unbehandelte Krankheit die Quelle der Armut von Drolma war.

Ich bat daraufhin eine gute Freundin, Dr. Gu Hong im Anzhen-Krankenhaus Beijing, die von einem Auslandstudium heimgekehrt war, um Hilfe. Sie versprach, dabei zu helfen, ein Krankenhaus zu finden.

Um die Schwierigkeiten und Probleme bei der Behandlung der Krankheit Drolmas effektiver zu lösen, bin ich „Generalsekretär“ für die Behandlung von Drolma geworden und traf oft Li Yichao und Gu Hong in einem Restaurant auf der Straße Waiguan Xiejie in Beijing, um über die Geldsammlung für die Behandlung, die Suche nach einem Krankenhaus, die ärztliche Konsultation und die Operation zu diskutieren.

Im März 2010 fand nach mehr als einem halben Jahr Vorbereitung die Behandlung für Drolma zwischen Beijing und Tibet statt. Li und ich flogen nach Tibet, um Drolma aus Nord-Tibet herauszubringen und in die weit entfernte Hauptstadt Chinas zu bringen. Während der Behandlung hat sie die Hilfe von dem Beijinger Stomatologischen Krankenhaus, dem Anzhen-Krankenhaus Beijing, dem Beijinger Krankenhaus der tibetischen Medizin und vielen Personen bekommen.

Im Hochsommer 2015 begleitete ich die Ärzte aus dem Beijinger Stomatologischen Krankenhaus extra zur Steppe in Nord-Tibet, um eine Nachuntersuchung für Siqiu Drolma machen zu lassen. Drolma erinnerte sich nochmal daran, dass der Tibet-Unterstützer Li Yichao ihr vor fünf Jahren geholfen hat. Sie öffnete das Fotoalbum und Tränen standen ihr in den Augen. „Meine Liebe zu Tibet stammt aus der Generation meines Vaters“, teilte Li Yichao mir mehrmals mit. Sein Vater Li Benxin und seine Mutter He Shujiang waren alte Soldaten der 18. Armee, die Tibet befreit und aufgebaut hat.

Lis Wohltaten werden weitergegeben. Die nachfolgenden Beamten, die Tibet unterstützen, einschließlich Chen Zhiqing und Pan Feng, die Drolmas Behandlung in Beijing begleitet haben, bieten Drolma auch viel Hilfe. Mittlerweile hat Drolma ein neues und glückliches Leben, hütet Yaks und Schafe, sieht fern und erzieht ihren Enkel.

Quelle: China Tibet Online

Redakteur: Krystal Zhang

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