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Gutu-Nacht des tibetischen Neujahrs: Zusammentreffen ist das beste Neujahrsgeschenk

Datum: 03.03.2020, 16:31 Quelle: China Tibet Online

Am Nachmittag des 22. Februar hat Tsering Tsomo, Leiterin der Produktionswerkhalle des Unternehmens Ganlu Traditional Medicine, wie immer nach Feierabend der Arbeiter die Werkhallen nacheinander auf Sicherheit hin überprüft. Bei der Patrouille summte sie ein Lied vor sich hin und lief mit leichten Schritten zwischen den Gebäuden. In den Augen ihrer Kollegen hat ihre gute Laune schon für mehrere Tage angehalten, denn sie würde bald ihren Sohn sehen, den sie bereits über 20 Tage nicht mehr gesehen hatte.

Der 22. Februar war der 29. Januar des tibetischen Kalenders, und zwar die Gutu-Nacht des tibetischen Neujahrs. Nach Traditionen treffen tibetische Familien an diesem Abend zusammen und essen gemeinsam Gutu (eine Mehlklößchen-Suppe). Sie ist so feierlich wie der Silvesterabend des Frühlingsfests des chinesischen Mondkalenders. Zugleich würden alle Orte Tibets sieben Feiertage bekommen.

Ende Januar ist die Coronavirus-Epidemie an vielen Orten Chinas ausgebrochen. Um Ärzte bei der Rettung von Patienten zu unterstützen, wurden tibetische Arzneimittel unter die Medikamente gegen die Seuche eingereiht. Am 29. Januar haben Tsering Tsomo und ihre Kollegen vorzeitig ihren Frühlingsfest-Urlaub beendet, um in Schichtarbeit tibetische Medikamente zur Seucheneindämmung, wie Rinchen Changjue, Rinchen Mangjue, 25-Zutaten-Lungenkrankheitskügelchen, 9-Zutaten-Seuchenbekämpfungsetuis usw., herzustellen.

Um sich auf die Arbeit zu konzentrieren, hat Tsering Tsomo ihren 12-jährigen Sohn zeitweise bei einem Freund untergebracht. Jeden Tag hat sie ihn telefonisch nach seinen Lernverhältnissen gefragt.

Pema Tashi, Mitarbeiter zur Vor-Ort-Überwachung der Qualitätssicherungsabteilung, ist nach dem Abschluss am medizinischen Institut der Universität Tibet im Jahr 2019 zur Firma gekommen. Um Schmierinfektionen unter den Mitarbeitern zu vermeiden, hat die Firma vorgeschrieben, dass jeder seine abgepackte Mahlzeit mitbringt und in einer abgesteckten Zone allen Mikrowellenherde zur Verfügung gestellt werden, damit alle Essen aufwärmen können.

„Was isst der Sohn jeden Tag?“ Das ist die Sache, an der die Mutter von Pema Tashi im fernen Lhoka am meisten interessiert ist. Sie weiß, dass ihr Sohn noch nie gekocht hat und noch in der Phase ist, in der er ungefähr zwischen verschiedenen Gewürzen unterscheiden kann. Damit sich seine Mutter keine Sorgen machen muss, hat Pema Tashi angefangen, in sozialen Apps Kochvideos durchzusehen und zu versuchen, selber zu kochen. „Natürlich wende ich mich an die Mama, wenn es nötig ist. Sie kann mich online unterweisen.“

Um ihre Arbeit zu unterstützen, haben sich die Eltern von Pema Tashi von Anfang an darauf eingestellt, dass sie das Neujahr nicht zu Hause verbringen würden. „Nun sind sie sehr fröhlich, seitdem sie wissen, dass ich doch heimkehre.“ Pema Tashi sagte mit Lächeln: „Eigentlich will ich meinen Eltern Neujahrsgeschenke kaufen, aber sie sagten, dass meine Heimkehr das beste Geschenk ist.“

Um 15:30 Uhr hat Tsering Tsomo ihre Sicherheitskontrolle abgeschlossen und macht sich auf den Weg zum Freund. „Es ist noch früh. Unterwegs kann ich etwas Kasai (frittierte Snacks des tibetischen Neujahrs) kaufen.“ Vor dem Aufbruch hat sie einen Anruf von ihrem Mann Tsering Phuntsok, der in der Nähe des Kreises Qüxü arbeitet, erhalten. „Heute Abend muss ich in der Gemeinde Dienst haben und kann nicht mehr zu Hause Gutu essen.“

Die enttäusche Tsering Tsomo hat provisorisch beschlossen, zusammen mit dem Sohn zur Gemeinde zu gehen, um mit ihrem Mann zusammenzukommen. „Gutu muss die ganze Familie zusammen essen. Da mein Mann nicht zurückkommen kann, gehen wir rüber.“ Tsering Tsomo meint, dass viele Firmen und Ämter kontinuierlich die Prävention und Kontrolle der Seuche verschärfen, um ihr bald ein Ende zu bereiten. „Unterwegs werden wir uns gut schützen. Egal, wo wir das Neujahr verbringen, reicht es, wenn die Familie beieinander ist.“

Quelle: Chinanews.cn

Redakteur: Krystal Zhang

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