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Dozentin hilft junger tibetischen Studentin online

Datum: 06.03.2020, 11:29 Quelle: China Tibet Online

Die 21-jährige Tibeterin Soba Sangmo braucht nicht mehr zwei Stunden auf den schneebedeckten Berg zu gehen, um dort auf einer Höhenlage von mehr als 4500 Metern und bei sehr niedrigen Temperaturen während des Hütens von Yaks und Schafen den Online-Unterricht zu verfolgen. Darum braucht sich die Dozentin Yin Li in Changsha auch nicht mehr zu sorgen.

Soba Sangmo ist eine Erstsemester-Studentin aus Tibet an einer Hochschule in Hunan. Vor der Eröffnung des Online-Unterrichtes der Hochschule am 17. Februar kannte Yin Li Soba Sangmo nicht.

„Wegen der Epidemie gibt die Hochschule Online-Unterricht. Ich bin Dozentin des Online-Unterrichts ‚Formschreiben‘. Sie hat meinen Unterricht ausgewählt und ist meine Studentin geworden.“ Yin Li sagt, das Chinesisch-Niveau der tibetischen Studenten sei relativ schwach. Als sie am Anfang feststellte, dass Soba Sangmo nicht schnell und gut lernen konnte, habe sie die Studentin nur ein bisschen gemahnt, aber keinen Wert darauf gelegt.

Am 24. Februar teilte Yin den Studenten, die ihren Unterricht ausgewählt haben, mit, dass sie per Live-Übertragung Online-Unterricht geben werde. Dann bekam sie eine SMS von Soba Sangmo. „Erst da habe ich erfahren, wie schwierig das Lernen für die Studentin ist. Wegen des kalten Wetters und des Eises und Schnees ist die Internetverbindung in ihrer Familie schlecht. Außerdem kann sie wegen der Epidemie-Kontrolle nicht zur Gemeinde und zum Kreis gehen, um Internet zu benutzen. Um den Unterricht zu verfolgen, musste sie jeden Tag zwei Stunden auf den Berg gehen, um die Bergspitze zu erreichen, weil die Internetverbindung dort besser ist. Nur so konnte sie die Lernressourcen im Internet sehen. Soba Sangmo sorgte darum, dass sie in diesem Fall den Online-Unterricht nicht verfolgen könnte.“

Durch ein ausführliches Gespräch hat Yin erfahren, dass die im Viehzuchtgebiet lebende Soba Sangmo jeden Tag für die Yaks und Schafe ihrer Familie sorgen muss. Um das Lernen nicht zu versäumen, musste sie die Tiere bis zur Bergspitze auf der Höhenlage von mehr als 4500 Metern treiben. Sie lernte auf den kalten Steinen während des Hütens der Tiere.

Als Yin die von Soba Sangmo gesendeten Bilder auf ihrem Handy sah, machte sie sich große Gedanken. „Sie macht sich sorgfältig Notizen. Obwohl sie Handschuhe trägt, sind ihre Hände rot gefroren. Wegen der starken Lichtstrahlung auf dem Schnee muss sie mit einer Hand den Bildschirm verdecken, um die Inhalte darauf deutlich zu sehen. Der Wind weht ihr durchs Haar. Es ist schmerhaft vor Kälte.“ Trotzdem hatte Soba Sangmo keine Zeit, sich darum zu kümmern. Sie musste für die Internetverbindung an die Bergspitze zum Lernen eilen. Nur so konnte sie mit der Geschwindigkeit des Unterrichtes mithalten.

„Ich muss etwas für dieses fleißige Mädchen tun, um ihr mit allen Kräften zu helfen“, dachte Yin und nahm ab dann jedes Mal die Inhalte der Live-Übertragung als Video auf und schickte es Soba Sangbo. Darüber hinaus bat sie per WeChat um Hilfe für die junge Tibeterin. Auf den Vorschlag eines Freundes hat sich Yin bei Weibo angemeldet und durch Beiträge die Schwierigkeiten von Soba Sangbo dargelegt. Zugleich hat sie das Weibo-Profil „China Tower“ darüber informiert.

Unerwartet hat ein Kundendienstmitarbeiter des offiziellen Weibo-Profils von „China Tower“ schnell Kontakt mit Yin Li aufgenommen. Der Mitarbeiter war sehr freundlich und versprach, die Internetverbindung so schnell wie möglich für die Studentin anzulegen. Er gab ihr die eigene Telefonnummer und sagte: „Die natürlichen Bedingungen in Tibet sind schwierig und es ist nicht einfach. Ich werde mit allen Kräfte Hilfe anbieten, wenn die Schüler in Zukunft beim Lernen Schwierigkeit haben.“

Die Chinesisch-Dozentin Yin sagte, dass sie plötzlich gar keine Worte finden konnte, um ihre Rührung zum Ausdruck zu bringen.

Am Nachmittag desselben Tages besuchten die Mitarbeiter von China Tower und die Beamten des Dorfes die Familie von Soba Sangmo und legten die Internetverbindung reibungslos an. Außerdem schenkten sie ihr Schreibwaren wie Füllfederhalter und Notizbuch. Die aufmerksame Yin Li hat auch die Kosten für die Internetverbindung durch das Handy für Soba Sangmo bezahlt, um ihre finanzielle Last zu erleichtern.

Seitdem braucht Soba Sangmo nicht mehr bei kaltem Wetter zur Bergspitze zu gehen, sondern kann beruhigt zuhause den Online-Unterricht sehen. Sie hat Yin Li eine Dankes-SMS geschickt. Mit schlichten Worten brachte das einfache tibetische Mädchen seine Dankbarkeit zum Ausdruck: „Ich bedanke mich herzlich bei Ihnen. Mein ganzes Leben lang werde ich mir dies vor Augen führen. Ich werde gut lernen, um Sie nicht zu enttäuschen.“

Quelle: chinanews.com

(Redakteur: Daniel Yang)

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