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Bericht der Armutsbekämpfung der tibetischen Region in Qinghai : „Wenn Strom da ist, haben wir Wohlstand“

Datum: 10.04.2020, 19:34 Quelle: China Tibet Online

Die Großgemeinde Jianghe liegt über 60 Kilometer von der Kreisstadt Tianjun des Bezirks Haxi in der Provinz Qinghai entfernt und ist eine tibetische Gemeinde der Viehwirtschaft. Ihr sind acht nomadische Dörfer untergeordnet. Die mehr als 260 Nomadenhaushalte sind in einer großen Steppe verteilt. Da sie weit vom Lastzentrum der Stromversorgung entfernt wohnen, ist das hiesige Gebiet noch nicht vom großen Stromnetz abgedeckt.

Der 73-jährige tibetische Senior Niangshiji ist ein ehemaliger Sekretär der Gruppe der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) der zweiten Einwohnergemeinschaft des Dorfes Mohela der Großgemeinde Jianghe. „1969 wurde ein Wasserkraftwerk in der Großgemeinde gebaut. Da das Gebiet sehr hoch gelegen ist, friert das Wasser ein. Daher konnte kein Strom erzeugt werden. Darüber hinaus konnte nur die Stromversorgung der Großgemeinde gesichert werden. Damals waren die Menschen arm und das jährliche Pro-Kopf-Einkommen lag unter 1500 Yuan (rund 196 Euro).“

Hou Yongfu, Vizegeschäftsführer der Stromversorgungsfirma des Kreises Tianjun von State Grid, sagte: „Der größte Wunsch der Senioren besteht darin, dass das Dorf mit dem Stromnetz verbunden wird, so dass die Dorfbewohner zu Wohlstand gebracht werden können.“

„Wenn es keinen Strom oder Weg gibt, kann man nichts machen.“ Niangshiji sagte, dass sie vor einigen Jahren mit einem Unternehmen in Guangdong eine Kooperationsabsicht erreicht hätten, und zwar ein Fleischverarbeitungswerk im Dorf aufzubauen, so dass seine Erzeugnisse ins südchinesische Küstengebiet vertrieben werden können. Am Ende ist das Zusammenarbeitsprojekt infolge des Fehlens der Stromversorgung und schlechter Verkehrsanbindungen gescheitert.

28 Jahre lang hatte Niangshiji die Stellen Vorsteher der Einwohnergemeinschaft und Sekretär der KPCh-Gruppe inne. Bis zur Pensionierung ist sein Wunsch nicht in Erfüllung gegangen. Dann hat er seinem Sohn Daerpai die Aufgaben übergeben. Daerpai ist nun Sekretär der KPCh-Gruppe des Dorfes.

„2010 wurde im Dorf eine Photovoltaikanlage aufgebaut. Strom sorgte dafür, dass die Einwohner einen Silberstreif am Horizont sehen konnten. Damals hatten alle eine Leidenschaft, um zu Wohlstand zu kommen.“ Daerpai sagte, dass im Dorf eine Genossenschaft aufgebaut worden ist, um die Zucht besonderer Tiere und den Pflanzenanbau zu entwickeln. Im Jahr 2017 belief sich das Pro-Kopf-Einkommen auf 9000 Yuan (ca. 1173 Euro). 2018 wurde die Anzahl der armen Einwohner des Dorfes Mohela auf null gesenkt.

„Nun haben wir eine gute Politik und unsere Renten- und Krankenversicherung sind garantiert. Zu unseren Lebzeiten kann ich so sehen, dass alle zu Wohlstand kommen. Das ist gut.“ Niangshiji sagte: „Der einzige Nachteil ist, dass die Solarzellen nicht ausreichen. Sie genügen nicht zur Beleuchtung. Unsere Haushaltsgeräte können nicht genutzt werden. Zur Aufladung der Handys müssen wir uns zur Großgemeinde begeben. Es wäre toll, wenn wir Strom vom großen Stromnetz bekommen könnten.“

2019 wurde das Projekt 35-Kilovolt-Stromübertragung und -transformation gestartet. Für das 10-Kilovolt-Verteilungsprojekt wurden Dreikreis-10-Kilovolt-Leitungen mit einer Länge von 40,73 Kilometern gebaut. Ferner wurden Niederspannungsleitungen mit einer Länge von 63 Kilometern gebaut. Diese wurden mit 22 Transformatoren mit einer gesamten Leistung von 740 Kiloampere ausgestattet. Nach der Inbetriebsetzung wird die Stromversorgung des Gebiets der Großgemeinde Jianghe und der acht ihr untergeordneten nomadischen Dörfer gewährleistet.

„Heutzutage werden in der Großgemeinde 30.000 Rinder und 130.000 Schafe gezüchtet. Auf einer Fläche von 2000 Mu (etwa 133 Hektar) werden Luzernen angebaut. Die erste nomadenwirtschaftliche Vorbildzone des ganzen Kreises wurde aufgebaut. 2019 überschritt das Pro-Kopf-Einkommen der Großgemeinde 13.000 Yuan (ca. 1695 Euro).“ Nyima Rapten, Vizebürgermeister der Großgemeinde Jianghe, sagte, dass die Gemeinde mithilfe der zuverlässigen Stromversorgung schon auf einen Weg der verschmolzenen Entwicklung mehrerer Sektoren gekommen ist.

Quelle: Chinanews.cn
Redakteur: Krystal Zhang

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