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Lehrer, der mit Liebe Kinder auf Hochplateau in Sichuan und Tibet lehrt

Datum: 08.05.2020, 09:44 Quelle: China Tibet Online

Am 16. April erschallten die Stimmen der Erstklässler, als sie dem Lehrer Jiangcuo das tibetische Alphabet nachsprachen, der zentralen Grundschule der Gemeinde Hayi des Kreises Litang in der Provinz Sichuan im Gebirge, das 3500 Meter über dem Meeresspiegel lag, in der tibetischen Region.

Dem Lehrer wurde die Behindertenstufe 2 zuerkannt. Jedoch hatte er keine Angst vor hohen Bergen und steilen Pfaden. Oft eskortiert er Kinder durch Täler in der Regenszeit oder über von Schnee bedeckte Steppen. Nie beklagt er sich über Mühe oder Müdigkeit. Diese Fußabdrücke haben sich in die Herzen der Kinder und Nomaden tief eingegraben. Infolge eines Versprechens „Zu einem guten Lehrer werden” bereut er es nicht, seit zehn Jahren in der tibetischen Region als Lehrer zu wirken.

Ein tibetischer Kerl kehrte ins Dorf zurück und wurde Lehrer

Der junge Tibeter Jiangcuo wurde in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts in einem kleinen Dorf im Gebirge geboren.

Bildung ist die Grundvoraussetzung, um die Übertragung von Armut zwischen Generationen zu stoppen. Als Jiangcuo sah, wie sich tibetische Kinder an Pfaden an Feldern tummelten, ist in im ein Verlangen aufgestiegen, und zwar dass er um jeden Preis sicherstellen würde, dass die Kinder seiner Heimat ordentlich zur Schule gehen, um mit Wissen ihre Zukunft zu erhellen und Wissen gegen eine schönere, glücklichere Zukunft einzutauschen.

Damals fehlte ausgerechnet ein Ersatzlehrer in der Gemeinde Hayi. Im September 2010 wurde Jiangcuo, der sich mit der einheimischen Sprache auskennt, nach dem Ablauf bestimmter Genehmigungsverfahren zu einem Ersatzlehrer der Grundschule der Gemeinde Hayi.

Er sagte: “Ich bin auf dem Land aufgewachsen. Es ist die Bildung, die mein Leben geändert hat. Ich hoffe, dass ich auf den Podest steigen und zu einem Lehrer des Volkes werden kann. Außerdem will ich zu einem guten Lehrer werden und meine Schüler beim ausgelassenen Rennen über die Felder des Wissens führen.“

Seit einigen Jahren wird der Zehn-Jahres-Plan zur Entwicklung des Bildungswesens der tibetischen Regionen der nationalen Minderheiten der Provinz Sichuan durchgeführt und die Vorschule der Dorfebene wird in der tibetischen Region vorangetrieben. Bei dieser Gelegenheit hat Jiangcuo, der schon mehrjährige Lehrerfahrung hat, im September 2017 nach dem Bestehen einer Prüfung endlich eine Arbeitsstelle im Rahmen von „Einem Kindergarten in einem Dorf“ bekommen.

Die Stelle als Lehrer in einem Bergdorf assoziiert man mit Einsamkeit und Ärmlichkeit, aber Jiangcuo liebt die Arbeitsstelle und will sie nicht aufgeben. „Heute gibt es so viele Menschen, die Geschäfte machen. Auch wenn ich in Chengdu jobben würde, würde ich mehr als jetzt verdienen.“ Auf diese Art und Weise versuchten manche Freunde, ihn zum Umdenken überzeugen. Jiangcuo ist hier geboren und hier aufgewachsen. Daher hat er eine unablässige Bindung zu den fruchtbaren Hochlandgerste-Feldern seiner Heimat und den fröhlichen Kindern seines Dorfes. Auf die Dutzende von Kindern der Gemeinde Hayi aufzupassen, ist ihre ursprüngliche Absicht und es ist auch ihr Versprechen.

Die Pfade im Gebirge sind lang und dezidiert ausschreiten

Wenn ein Versprechen gemacht worden ist, können seine Einhaltung tausend Berge auch nicht verhindern.

Von der Kreisstadt bis zur Gemeinde Hayi muss man mit dem Auto nahezu drei Stunden auf Straßen im Gebirge fahren. Unterwegs hört man nur, wie der Wind an Ohren vorbeihuscht und die Bäume im Gebirge schwanken lässt.

Der Lehrer Jiangcuo harrt seit Jahren in diesem alpinen, kalten Gebiet aus und passt auf seine Kinder auf.

Seit beinahe zehn Jahren wirkt er als Lehrer, aber seine Leidenschaft zum Lehren lässt nicht nach. Ständig studiert er Lehrbücher und erkundet didaktische Methoden. Außerdem bemüht er sich, auf unterschiedlichen Wegen seine Qualifikation zu verbessern, um den Schritten der Wissenserneuerung des neuen Zeitalters zu folgen. Um die Schüler, die noch in der Wachstumsphase sind, kümmert er sich sorgfältig wie ein Vater. Er wendet ihnen viel Aufmerksamkeit zu und denkt nie an persönliche Gewinne sowie Verluste.

Der Schüler Sangdeng wohnt im Dorf Anba, das zwei Kilometer von der Schule entfernt ist. Unterwegs muss man an einem dichten Wald und Klippen vorbeigehen. Wie Sangdeng wohnen noch einige Schüler der Klasse relativ weit weg. In der Abenddämmerung sieht man auf schlängeligen Bergpfaden immer die Gestalten von einem Erwachsenen und mehreren Kleinen. Jiangcuo, der in der Mitte läuft, hält die Hände eines Schülers mit der linken Hand und die Hände eines anderen Schülers mit der rechten Hand. Er winkt den Kindern zu und macht kehrt. Da hört man Stimmen von Haustüren: „Ge-La, Tu-Ji-Qie, Tu-Ji-Qie“ (Tibetisch: Danke, danke, Lehrer). Unzählige Worte verschmelzen zu einem Satz. Die Senioren der Familie Sangdeng wiederholen immer diesen Satz.

Das Versprechen seit zehn Jahren: „Zu einem guten Lehrer werden“

Seit fast zehn Jahren arbeitet Jiangcuo als Lehrer. Dabei verfolgt er ein schlichtes Ziel: zu einem guten Lehrer zu werden. Damit die einheimischen Schüler leichter die Unterrichtsinhalte verstehen können, setzt sich Jiangcuo fleißig mit der bilingualen Didaktik auseinander, um relevante Kenntnisse zu sammeln. In seinem Tibetischunterricht hat sich ein Stil gebildet, der interessant, pragmatisch, lebhaft und innovativ ist, so dass die Schüler in einer entspannten, erfreulichen Atmosphäre fröhlich Tibetisch lernen können. Dadurch wurde ihm mehrfach der Ehrentitel „Ausgezeichneter Lehrer“ von der Schule verliehen.

Jiangcuo macht oft Hausbesuche bei seinen Schülern und führt Gespräche mit ihnen. Darüber hinaus kümmert er sich überall um sie, sowohl beim Lernen als auch beim Leben. Mit den Worten des Schülers Luorong seiner Klasse heißt es: „In unseren Herzen wirkt der Lehrer Jiangcuo mal wie ein Vater, mal wie ein älterer Bruder und mal wie unser Freund!“ Er ist wie eine Kerze und spendet für das Wachstum der Schüler ohne Beschwerden und Ruhe die eigene Helle und Wärme.

“Herr Jiangcuo, kommen Sie für eine Tasse Tee rein!“ Am Eingang des tibetischen Hofes lud Frau Zhima Jiangcuo herzlich nach Hause auf Tee ein, sobald sie ihn zu sehen bekam. Frau Zhima ist eine Seniorin seines Schülers Zela Wengmu. Die beiden leben zusammen. Die Dame ist alt und kann nicht mehr richtig arbeiten. Daher kommt Jiangcuo häufig zu ihnen, um manche körperliche Arbeiten wie Holzhacken, Erdegraben auf Feldern, Jäten usw. zu verrichten. Jiangcuo ist eine hilfsbereite Person. Er nutzt gesetzliche Feiertage aus, um den Familien der Schüler wie Zela Wengmus zu helfen, wo es an Arbeitskräften mangelt. Ohne viel darüber zu reden, vollzieht er seit sieben bis acht Jahren Wohltaten.

In seiner bisherigen Karriere hat Jiangcuo mit entschiedenen Schritten eine Reihe fester Fußabdrücke und zahlreiche schlichte Geschichten hinterlassen. Mit Herz passt er auf seine geliebte Heimat und seine Kinder auf und widmet dem Bildungswesen der ländlichen Gebiete der tibetischen Region seine jungen Lenze.

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