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Schweizerische Handwerkerin Katja: Wir lassen Yakhaare tanzen, damit die tibetische Kultur ihre Vitalität erneuern

Datum: 22.06.2020, 15:19 Quelle: China Tibet Online

In einer einsamen Straße des Viertels Wuhou der Stadt Chengdu ist das tibetische Kunsthandwerksgeschäft von der Schweizerin Katja stillschweigend zum siebten Jahr geöffnet. Die bunten Taschen und Kissen mit den verschiedenen tibetischen Kulturmustern sind ordentlich auf zwei fast zwei Meter hohen Holzregalen im einem Raum von weniger als 10 Quadratmetern platziert.

Katja, die 2005 nach China kam, ist die Gründerin der tibetischen Handwerksmarke „Yakhaare tanzen“. Im Gegensatz zu den gewöhnlichen Kunsthandwerken werden die originalen Kunsthandwerke von Katja aus Yakhaaren hergestellt. Katja meint, dass der Zweck dieses Projekts nicht darin besteht, viel Geld zu verdienen. „Als ich in den tibetischen Gebieten reiste, begegnete ich vielen Mädchen aus armen Familien, die weder über berufliche Fähigkeiten noch über das Einkommen verfügten. Ich wollte ihnen helfen.“ Nach der Gründung von „Yakhaare tanzen“ im Jahr 2010 bildete Katja ununterbrochen 25 tibetische Mädchen kostenlos aus und vermittelte höchstpersönlich die Nähfertigkeiten sowie inspirierte die Designeingebung.

In der Ausbildung von Katja geht es jedoch nicht nur um Design, Nähen und Schneiden, sondern um jedes Detail, das mit dem Leben zusammenhängt. Um ihre Wissensbasis zu festigen, organisierte Katja auch Chinesisch- und Mathematikkurse. „Als viele Mädchen hierher kamen, waren sie nicht selbstsicher. Aber nach und nach konnten sie immer ein schönes Lächeln wie Blumen im Gesicht haben und sie waren selbstbewusster.“

Für Katja ist die tibetische Kultur vertraut und freundlich. Ihr Vater ist ein berühmter schweizerischer Bergsteiger, der schon oft den Himalaya bestiegen hat. Man kann sagen, dass ihr Vater ihr Erleuchtungslehrer für die tibetische Kultur ist. Als sie aufwuchs, kam Katja nach China, um die tibetischen Gebiete zu besuchen und sie war nicht nur Von den mit der Schweiz vergleichbaren Naturlandschaften, sondern auch der Gastfreundschaft und Freundlichkeit der Tibeter verzaubert.

Dieses Jahr ist das 16. Jahr, in dem Katja in China lebt. Verglichen mit der Entstehung, Entwicklung und Vererbung einer Kultur sind 16 Jahre extrem kurz, aber es reicht aus, die Liebe zu einer Kultur zu bauen. Während der Reise stellte Katja fest, dass viele Kunsthandwerk der Tibeter nicht schön und tragbar waren und der Preis nicht billig waren, so dass sie eine Idee hatte, eine originelle Marke zu schaffen. Katja nimmt die unauffälligen Yakhaare als den Einstiegspunkt und kombiniert Kultur und Praktikabilität sowie kreiert eine Vielzahl von stilvollen, kleinen und erschwinglichen Taschen. „Das traditionelle Kunsthandwerk druckt keine tibetischen Muster auf eine Kosmetiktasche“, sagte Katja. Sie meint, dass die Kultur durch eine solche „Veredelung“  nicht verschwinden wird.

Mit der Migration und dem Umlauf von Kunsthandwerk wird die jahrtausendealte Kultur auch ihre Vitalität erneuern. Laut Katja wurde das Kunsthandwerk von „Yakhaare tanzen“ nach und nach vom Markt anerkannt. Gleichzeitig versuchte sie, diese Marke in überseeische Märkte zu bringen. Im Jahr 2018 brachte Katja seine Produkte zur Ausstellung in den USA. Nachdem sie das vom Welthandwerksrat ausgestellte Preiszertifikat erhalten hatte, kamen einige Bestellungen aus Übersee in ununterbrochener Folge. Dieses Zertifikat hängt noch heute hoch im Geschäft Katjas.

Quelle: Chinanews.cn
Redakteur: Krystal Zhang

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