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„Windjäger“ zu Pferd

Datum: 14.08.2020, 09:31 Quelle: China Tibet Online

Am Vormittag des 12. August begann das Speed-Pferderennen auf dem Feld, das das wichtigste Ereignis des Kunstfestes des Qachen-Gesar-Pferderennens in Qiangthang 2020 der Stadt Nagqu des Autonomen Gebiets Tibet ist. Auf der Rennstrecke wirbelten Sand und Staub. Auf den vollen Tribünen jubelte die Menschenmenge.

Der 13-jährige Lhakpa Samdrup und seine beiden jüngeren Brüder saßen auf dem Zaun in der Nähe des Ausgangspunktes und verfolgten das Rennen mit Spannung.

Lhakpa Samdrup lebt in der Gemeinde Nyima im Kreis Seni der Stadt Nagqu. Als Kind des Graslandes in Nord-Tibet ist die tiefe Emotion für das Pferd schon lange in seinem Blut. Mit acht Jahren lernte Lhakpa Samdrup unter der Anleitung seines Vaters Yexei Zhaba und seines Großvaters zu reiten. "Am Anfang hatte ich ziemliche Angst. Aber ich habe gegen meinen Vater bei meinem ersten Ausritt gewonnen, und ich war ziemlich stolz.“

Ebenfalls in diesem Jahr brachte sein Vater ein Pony zurück. Von da an hatte Lhakpa Samdrup sein eigenes Pferd. „Sein Name ist ‚Zhangya‘ (Transkription) und es ist ein sehr gutes Pferd. Beim Damxung-Pferderennen nahmen wir am traditionellen großen Lauf teil und belegten den zweiten Platz“.

Nach fünf gemeinsamen Jahren ist „Zhangya“ nicht nur ein Pferd als auch ein Freund für Lhakpa Samdrup.

Um an dem Pferderennen sowohl in Damxung als auch in Nagqu teilzunehmen, brachte die Familie die teilnehmenden Pferde und Reiter einen halben Monat im Voraus zum Feldtraining. „Man musste die Pferde für einen großen Lauf trainieren und sie mittags und abends im Wasser baden. Auf dem Feld schlief ich bei den Pferden.“

Ein striktes Feldtraining stellt sowohl das Pferd als auch den Menschen auf die Probe. Die Pferde müssen ihre Kraft und Ausdauer trainieren. Die Menschen müssen ihre Fähigkeiten im Umgang mit den Pferden trainieren. Die Menschen und die Pferde müssen sich auch aneinander anpassen.
Auf der Rennbahn beobachtete Lhakpa Samdrup, wie seine Altersgenossen auf den Pferden galoppieren, und gab ab und zu Ratschläge: „Ziehe die Zügel!“ „Sporne an!“... Er beobachtete auch die Geschicklichkeit seiner Altersgenossen beim Reiten der Pferde, um sich auf sein eigenes Rennen vorzubereiten.

Nachdem die drei Brüder das Rennen von zwei Gruppen beobachtet hatten, liefen sie zum Treffpunkt, um sich auf das Rennen vorzubereiten. Der elfjährige Tenzin Choden war voller Neid, als er seine älteren Brüder Lhakpa Samdrup und Dawa Dondrup sah, wie sie helmförmige Hüte, gelbe tibetische Jacken trugen und kleine Peitschen mit Bambusgriffen in die Hand nahmen. „Ich möchte auch Pferde reiten und zu Wettbewerben gehen. Aber Papa sagt, ich sei nicht alt genug.“

Das Rennen der Gruppe 5 stand vor der Tür. 20 Jugendliche saßen auf dem Pferderücken und wurden von den Älteren zum Ausgangspunkt angeführt. Weil sie fast die gleiche Größe hatten und ähnliche Reiterkleidung trugen, war Lhakpa Samdrup schwer zu finden.

Die Zuschauer jubelten und die Reiter rannten. Neben diesen Stimmen hörte man auch von Lhakpa Samdrup: „Ich liebe es, zu reiten, und den vorbeiziehenden Wind zu hören.“

Quelle: China Tibet Online

(Redakteur: Daniel Yang)

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