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Palden Tsewang: Entfaltung des jugendlichen Elans in der Steppe

Datum: 31.08.2020, 16:21 Quelle: China Tibet Online

“Die Arbeit mit der Armutsbekämpfung auf der unteren Verwaltungsebene Tibets ist anstrengend, aber sinnvoll.“ So antwortete Palden Tsewang, als sie nach ihrem deutlichsten Eindruck nach dem Arbeitsantritt gefragt wurde. Palden Tsewang ist eine Mitarbeiterin der unteren Verwaltungsebene der Gemeinde Bazha im Kreis Xainza des Regierungsbezirks Nagqu im Autonomen Gebiet Tibet. Der Kreis Xainza wurde 2019 von der Liste armer Kreise gestrichen. Auf dem Hochplateau, das nahezu 5000 Meter über dem Meeresspiegel liegt, entfaltet diese junge Frau, die in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts geboren wurde, in aller Ruhe ihren jugendlichen Elan.

1991 wurde sie in einer Bauernfamilie der Stadt Xigazê des Autonomen Gebiets Tibet geboren. Ihre Eltern achteten sehr auf die Bildung des Kindes und glaubte fest daran, dass das Wissen das Schicksal ändern kann. Von klein auf hatte sie gute Noten und hat viele Menschen nicht enttäuscht, denn sie wurde vom Studienfach Management der landwirtschaftlichen Wirtschaft der Finanz- und Wirtschaftsfakultät des Tibet Vocational Technical College aufgenommen. Dort hat sie als ausgezeichnete Absolventin das Studium abgeschlossen. Danach kam sie zur Gemeinde Bazha des Kreises Xainza und wurde zur Mitarbeiterin der unteren Verwaltungsebene.

Anfang 2012 wurde sie kurz nach dem Arbeitsantritt mit vielen Schwierigkeiten konfrontiert: Das Wetter war äußerst kalt. Überdies ist das Gebiet hoch gelegen und es herrscht ein Sauerstoffmangel. Ferner ist der Nagquer Dialekt wie ein Buch mit sieben Siegeln für sie. Für die Nachkommin einer Bauernfamilie musste sie sich der Verpflegung, der Bekleidung, der Unterkunft und der Fortbewegung des nomadischen Gebiets anpassen. Palden Tsewangs Mutter sagte mal in einem Telefonat: „Die Bedingungen sind so hart. Dann komme nach Hause! Arbeiten kannst du doch überall.“ Jedoch gab sie nicht klein bei und sagte: „Wenn die anderen hier bleiben können, kann ich auch!“ Diese Unbeirrbarkeit ermutigte sie zum Durchhalten in der Changthang-Steppe.

Seit ihrem Arbeitsantritt im Jahr 2012 hat Palden Tsewang mit Taten bewiesen, dass sie nicht nur durchhalten, sondern auch auf diesem Hochplateau gute Leistungen erbringen kann. Nach nur zwei Jahren ist sie von einer Anfängerin zu einer tragenden Säule der Gemeinde geworden. Von 2014 bis 2016 wurde sie drei Jahre in Folge als exzellente Mitarbeiterin der Gemeinde ausgezeichnet und zum Vorbild aller Mitarbeiter. Um die Arbeit unter der Bevölkerung besser zu verrichten, geht Palden Tsewang seit 2017 unter die Nomaden und hat im Dorf Jidi-Ogma der Gemeinde Bazha mit ihrer vierjährigen Laufbahn als erster Sekretärin angefangen.

Das Dorf Jidi-Ogma ist eines der sieben Dörfer, die der Gemeinde Bazha unterstehen. Dort gab es 24 arme Haushalte samt 98 Personen. Kurz nach der Ankunft im Dorf nahmen die Nomaden Palden Tsewang, die so alt wie ihre Kinder waren, nicht ernst. Was kann ein schwaches Mädchen im nomadischen Gebiet bewirken? Jedoch gab Palden Tsewang nicht auf. Innerhalb eines Monats kam sie in die Häuser der Nomaden und sah Akten ein. Dadurch hat sie sich einen guten Überblick über die Anzahl der Mitglieder, das Vieh, die Wiesen etc. jeder Familie verschafft. Somit haben die Nomaden eine erste Änderung hinsichtlich ihrer Einstellung zu dieser jungen Frau gemacht.

Das Haus des allein lebenden Seniors Penba Jiacan, der nahezu 70 Jahre alt ist, wurde zu einem Arbeitsort, an dem sie immer wieder vorbeikam. Die Zuwendungen und die aktive Hilfe haben die Verdrängung und Wachsamkeit des alten Mannes langsam beseitigt. Der vergessliche Senior hat aus eigenem Antrieb den eigenen Personalausweis, das eigene Sparbuch etc. Palden Tsewang anvertraut, um ihren Verlust zu vermeiden, und betrachtet diese erste Sekretärin, von der er einst keine hohe Meinung hatte, als enge Vertraute.

Beim Besuch der Nomadenfamilien ist Palden Tsewang auf einen jungen Mann namens Penba Gyalpo, der in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts geboren wurde, aufmerksam geworden und seine Geschichte hat Palden Tsewang lange Zeit nicht vergessen. Der Mann hat nur einen Grundschulabschluss und war ein armer, allein lebender Mann des Dorfes. Trotz seines jungen Alters faulenzte er jedoch jeden Tag zu Hause und hatte nichts Richtiges zu tun. Stattdessen lebte er von der Mindestlebensgarantie. Aus diesem Grund hat Palden Tsewang immer wieder mit Penba Gyalpo gesprochen. Mal hat sie ihre eigenen Erlebnisse geteilt und mal diskutierte sie mit ihm über die Erfahrung der Befreiung von Armut der Bevölkerung der Heimat. Ständig hat sie Penba Gyalpo motiviert und versucht, ihn zu überreden. Gleichzeitig hat sie Penba Gyalpo für Schulungen unterschiedlicher Einrichtungen des autonomen Gebiets, der Stadt Nagqu und des Kreises Xainza angemeldet. Anfangs wollte Penba Gyalpo auf keinen Fall das eigene Haus verlassen und wurde zur Teilnahme an Schulungen gezwungen. Später hat er sich aktiv für Schulungen angemeldet und aktiv das Dorf zum Jobben verlassen. Auf diese Art und Weise wurde er vom einem allgemein bekannten faulen Mann zu einem guten Mann, der fleißig arbeitet und bodenständig ist. In den Jahren von 2017 bis 2019 ist das Jahreseinkommen von Penba Gyalpo von 1000 Yuan (rund 123 Euro) eingangs auf über 30.000 Yuan (3681 Euro) angestiegen. Damit hat seine Lebensqualität einen radikalen Sprung erlebt. Die gewaltige Veränderung sorgte dafür, dass er sich mit einer Frau, die er liebt, traf und sie eine glückliche Familie gründeten.

Binnen drei Jahren ist das Dorf Jidi-Ogma von einem armen Dorf anfangs zu einem neuen Dorf, das ans Straßennetz, das Stromleitungsnetzwerk, das Internet etc. angeschlossen worden ist, geworden. Diese junge Frau, die in der Changthang-Steppe verwurzelt ist und in den 90ern des 20. Jahrhunderts geboren wurde, hat die Nomaden des Dorfes Jidi-Ogma zu Wohlstand gebracht und wichtige Aufgaben der Armutsbekämpfung bewerkstelligt. An der schlichten Position der ersten Sekretärin hat sie glorreiche Leistungen, die ihr gehören, erbracht. Zugleich wurde ihrer Laufbahn als erster Sekretärin mit dem Streichen des Dorfes Jidi-Ogma von der Liste armer Dörfer ein Ende bereitet. Aber jedes Mal, wenn von Palden Tsewang die Rede war, lobten sie die Nomaden nach wie vor immer wieder. Sie richteten ihre Daumen hoch und betonten immer wieder: „Dass eine so verantwortungsbewusste erste Sekretärin in unserem Dorf war, ist unser Glück!“

(Redakteur: Daniel Yang)

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