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Tradierung der Zhazha-Kleidung seit über 40 Jahren – Ngawang Danda hat einen Herzenswunsch

Datum: 14.10.2020, 14:12 Quelle: China Tibet Online

Ngawang Danda besteht als der einzige Überlieferer seit Jahrzehnten darauf, die Zhazha-Bekleidung, ein staatliches, immaterielles Kulturerbe, zu tradieren. Nadeln und Fäden wendet er seit Jahrzehnten an.

Die Zhazha-Bekleidung ist eine einzigartige Bekleidung mit Besonderheiten der nationalen Minderheiten im Kreis Comai des Regierungsbezirks Lhoka. Ihre Besonderheit besteht im umgewendeten Pulu-Gewebe. Im Jahr 2018 wurde es in die Liste des staatlichen, immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Die Zhazha-Bekleidung waren früher die Kleider der Damen und sie war nur in der Zhazha-Steppe sowie ihrem Umland verbreitet. Darüber hinaus ist Ngawang Danda der einzige Überlieferer. Er kann sich daran erinnern, dass seine Mutter schon in seiner Kindheit diese Kleidung anhatte. Darüber hinaus waren alle Klamotten seiner Mutter von seinem Vater, der damals auch ein Überlieferer war, gemacht worden.

Ein ganzes Set der Zhazha-Bekleidung umfasst die Kleidung, Schuhe, einen Hut und den Schmuck für den ganzen Körper. Für all das muss man über 10.000 Yuan (1262 Euro) ausgeben. Wenn Handwerker mit dem Weben mit Wolle beginnen, brauchen sie über zwei Monate, um ein Set fertigzumachen. In einer Jahreshälfte dieses Jahres hat Ngawang Danda drei Sets verkauft.

Die Zhazha-Bekleidung hat eigentlich viele Funktionen für das Alltagsleben. Beispielsweise diente der Polster an der Hüfte zu deren Schutz beim Wassertragen. Heutzutage hingegen kommt die Zhazha-Bekleidung eher bei Festen oder Feiern vor. Nachdem die wichtigsten Lebensfunktionen verschwunden sind, tragen nur noch wenige Menschen diese Bekleidung und wenige Menschen tradieren das Handwerk. Dies stellt eine schwierige Aufgabe vor Ngawang Danda.

Vor Ort werden die Techniken der Zhazha-Bekleidung nur Männern und keinen Frauen vermittelt. Hinzu kommt, dass Handwerker lange Zeit üben müssen, wenn sie diese Kleidung gut machen wollen. Letztes Jahr hat Ngawang Danda zwei Schüler aufgenommen. Die beiden Personen haben mit der Grundlage angefangen. Der alte Meister sorgt sich einerseits darum, dass die jungen Menschen wegen der Eintönigkeit mitten im Lernprozess die Ausbildung abbrechen, denn das ist schließlich eine Sache, die Sorgfalt und Geduld beim Lernen erfordert; andererseits befürchtet der Meister, dass er wegen der Zunahme des eigenen Alters nicht mehr genug Zeit und Energie hat, um zu warten, bis die Techniken der Schüler ausreifen.

Ferner findet Ngawang Danda es am meisten schade, dass die Technik zur Fertigung des bunten Gürtels der Zhazha-Bekleidung schon verloren gegangen ist. Eine Besonderheit des Gürtels besteht darin, dass ein Stück Stoff mit unterschiedlichen Farben getönt werden kann. Der alte Mann, der diesen Gürtel anfertigen konnte, ist gestorben, bevor Ngawang Danda das Handwerk vollständig beherrscht. In den Händen von Ngawang Danda gibt es nur noch einen Gürtel, der als Andenken dient.

„Seit einigen Jahren wird das Dorf immer besser. Überdies sind Straßen und Häuser gut aussehend geworden. Außerdem wird unser Leben immer besser. Jedoch ist die Zhazha-Bekleidung mit der Gefahr konfrontiert, dass ihre Fertigungstechniken verloren gehen. Das ist meine größte Sorge“, sagte Ngwang Danda.

Daher hat Ngawang Danda beschlossen, neben der Ausbildung von Überlieferern durch u. a. das Internet dafür zu sorgen, dass die Zhazha-Bekleidung es aus der Zhazha-Steppe schafft und auf einen breiteren Markt kommt, so dass mehr Menschen die Zhazha-Bekleidung kennen lernen und die schönen Geschichten dahinter erfahren. Er will auf diese Art und Weise realisieren, dass die Zhazha-Bekleidungskultur für immer tradiert werden kann.

Quelle: Chinanews.cn

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