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Ehepaar aus Hubei: „Sie bewachen die Grenzen, wir beschützen sie“

Datum: 17.11.2020, 09:10 Quelle: China Tibet Online

Es ist schon sehr kalt am Morgen zum Winteranfang in Qusum, einer kleinen Stadt im Süden Tibets. Der Himmel wurde gerade hell und der 47-jährige Zhu Zhigang stand leise auf, wusch sich und eilte ins Klassenzimmer, um den Kindern beim morgendlichen Lesen zu helfen. Am Ende der ersten Stunde kehrte er hastig ins Wohnheim zurück und brachte seine Frau Lu Yalan mit einem Elektrofahrrad zur Arbeit ins Krankenhaus. Lu hatte früher noch nie die Kälte des Hochlandes erlebt und war deswegen fest eingewickelt. Aber hinter ihrem Ehemann fühlte sie sich besonders warm.

Die beiden sind ein Tibet unterstützendes Ehepaar. Sie sind vom tausend Kilometer entfernten Hubei zum Kreis Qusum in der tibetischen Stadt Lhoka gereist. Die eine kümmert sich um die Gesundheit der Menschen und der andere vermittelt Wissen. Vor mehr als zwei Jahren ging Zhu Zhigang auf den Aufruf zur dreijährigen Lehrunterstützung in die Mittelschule des Kreises Qusum. Im Juni dieses Jahres erfuhr seine Frau Lu Yalan, dass ihr Krankenhaus Mitarbeiter zur Unterstützung nach Tibet schicken sollte, und meldete sich aktiv dazu an.

Im Volkskrankenhaus des Kreises Qusum ist Lu Yalan als Direktorin der internen pädiatrischen Abteilung tätig und zuständig für die Visite der Krankenzimmer und die Betreuung der Patienten. Während der mehr als vier Monate langen Arbeit in Tibet arbeitete Lu oft in der Nacht zur Notfallbehandlung. Zhu Zhigang fuhr sie mit dem Elektrofahrrad ins Krankenhaus und wartete manchmal bis spät in die Nacht, bis sie ihre Arbeit beendet hatte.

„Bevor ich hierher kam, dachte ich, dass die medizinischen Bedingungen hier rückständig seien. Ich hatte nicht erwartet, dass das Krankenhaus gut ausgestattet ist und die einheimischen Ärzte eine formelle Ausbildung erhalten. Zusätzlich zur täglichen Diagnose und Behandlung sind die Ärzte auch für die Gesundheitsuntersuchung in den Dörfern und die Erstellung von Gesundheitsakten für die Dorfbewohner verantwortlich“, sagte Lu.

Aufgrund der geringen Bevölkerung des Kreises Qusum und der geringen Anzahl von Krankheiten, die Ärzte sehen, unterrichtet Lu Yalan häufig Kollegen über Diagnose und Behandlung. „Ich möchte nicht nur meine Fähigkeiten mitbringen, sondern auch mein Wissen hinterlassen“, sagte sie.
Die Ehefrau erfüllt ihre Pflichten, und der Ehemann trägt seine Verantwortung. Entsprechend den Bedürfnissen der Mittelschule von Qusum unterrichtet Zhu Zhigang nicht nur Chinesisch, sondern auch Geographie, Geschichte und viele andere Kurse. Er muss drei oder vier Lektionen pro Tag unterrichten. Der Sauerstoff ist dünn und er ist oft müde und keucht, wenn jede Lektion halb durch ist.

Es zahlt sich immer aus, von ganzem Herzen etwas zu geben. Zhu wird jedes Semester in einen anderen Kurs versetzt, und es gibt immer Schüler, die ihn im Büro besuchen. „Sie haben so guten Unterricht gegeben. Warum unterrichten Sie uns nicht mehr weiter?“ „Dürfen wir Ihnen auch in Zukunft noch Fragen stellen?“… fragten die Kinder schüchtern und wollten gar nicht gehen.

Lu hat auch die Schlichtheit und Freundlichkeit der tibetischen Patienten gespürt. Im August dieses Jahres kam ein alter Tibeter in seinen 60ern mit Brustschmerzen ins Krankenhaus. Lu untersuchte ihn sorgfältig und diagnostizierte, dass der Senior einen akuten Myokardinfarkt hatte. Sie gab ihm Medikamente, um den Zustand zu lindern, und gewann Zeit, sodass er zur Behandlung in ein städtisches Krankenhaus gebracht werden konnte. Schließlich überstand der Patient die lebensbedrohliche Situation und erholte sich ohne Komplikationen.

„Während der Diagnose haben der Senior und seine Familie dem Arzt viel Vertrauen und Respekt entgegengebracht.“ Lu Yalan sagte, dass der Patient nach der Genesung zurückkehrte, dem medizinischen Personal einen Hada überreichte und ihm Quark als Spezialität schenkte, wobei er immer wieder „Danke“ sagte.

Lus Leben in Tibet geht in zwei Monate zu Ende. In diesen Tagen nimmt Zhu Zhigang seine Frau immer mit, um die einzigartige Landschaft von Qusum am Wochenende zu erleben.

„Hier ist es hoch, kalt und sauerstoffarm. Mehr als 10.000 Menschen von Qusum bewachen die Grenzen unter schwierigen Bedingungen, was uns ein tieferes Verständnis von Empfindungen und Überzeugungen ermöglicht.“ Zhu Zhigang sagte, dass die Familie das kleinste Land, und das Land die größte Familie sei. Es sei die größte Ehre für seine kleine Familie, dass sie beide etwas für die Menschen, die das Territorium auf dem Hochland bewachen, tun können.

Quelle: Nachrichtenagentur Xinhua

(Redakteur: Daniel Yang)

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