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Sieben Jahre Neujahrsfest auf dem Qomolangma

Datum: 18.02.2021, 14:18 Quelle: China Tibet Online

„Schatz, sieh mal, es schneit hier bei Papa, wunderschön.“ Wang Lanbo sah seine Tochter beim Videoanruf und ging sofort hinaus, bevor er seinen Mantel anziehen konnte.

„Lass mich sehen, wow, es ist überall Schnee!“ Seine Tochter, die schon lange nicht mehr mit ihm per Videoanruf sprechen wollte, erschien schließlich auf dem Bildschirm und starrte mit großen Augen: „Wo bist du, Papa? Kannst du heute einen Schneemann bauen?“

„Ich bin in Tibet, auf dem Qomolangma, ich werde dir später einen Schneemann zeigen. 

„Wann kommst du denn zurück?“

„Ich... ich...“ Bevor er fertig war, wurde das Video abgebrochen.

„Ich wurde 2014 auf diese Polizeistation versetzt und es ist das siebte Mal, dass ich auf dem Qomolangma das Neujahrsfest feiere.“ Wang Lanbo steckte sein Handy in die Tasche und rieb die gefrorenen Hände.

„Der erste Schneefall jedes Jahr bringt mir immer eine Erkältung. Bis ich mich davon erhole, dauert es einen halben Monat.“ Die dunklen und rissigen Lippen ließen ihn ein wenig krank aussehen. „Ich kann heute nicht mit allen patrouillieren, weil ich Angst habe.“

„Ich wurde gefragt, ob ich auf eine niedrigere Höhenlage versetzt werden möchte. Wenn ich auf dem Bett liege, überreden mich auch die Kollegen und ich finde es vernünftig. Aber wenn ich wieder gesund bin, will ich immer noch zum Qomolangma zurückkehren. Das ist eine Verbindung, die ich nicht aufgegeben kann!“ Wang war ein wenig schüchtern, als er das sagte, als hätte er etwas gesagt, das er schon immer sagen wollte, aber es war ihm peinlich, es zu sagen.

Es gibt viele Gründe, warum er sieben Jahre in Folge das Neujahrsfest auf dem Qomolangma verbracht hat. „Um Urlaub zu planen, muss ich entweder die Arbeit oder die Bedürfnisse meiner Familie berücksichtigen. Ich konnte in den vergangenen sieben Jahren den Urlaub nicht während des Frühlingsfestes nehmen. Meine Heimat liegt weit entfernt. Ohne Urlaub kann ich während der Ferien zum Frühlingsfest nur hier bleiben.“

Wang wagte es in letzter Zeit nicht, seine Frau anzurufen. Wenn er seine Frau anrief, sagte sie immer, wer zurück sei und welche Familie beim Neujahrsfest zusammen sein könne. „Solange alle gesund und sicher sind, ist jeder Tag ein Neujahrsfest.“

Die Polizeistation war in letzter Zeit damit beschäftigt, dass man jetzt auf dem Qomolangma den Notruf 110 wählen kann. Alle haben fast vergessen, dass das Neujahrsfest so bald ist. Nach dem Abendessen berief Direktor Gesang alle ein, um den Kauf von Neujahrswaren, die Einrichtung von Lagern und die Organisation von Aktivitäten zu besprechen. „Es muss Feuertopf geben.“ „Am ersten Tag des neuen Jahres müssen Jiaozi gemacht werden.“ „Die Neujahrssegenssprüche an der Außentür waren nutzlos. Ein Windstoß wehte sie weg, und einige sollten an die Innentüren angeklebt werden“... Draußen herrschen Wind und Schnee. Aber der Sonnenschuppen der Grenzpolizeistation auf dem Qomolangma füllt sich mit einer starken Neujahrsatmosphäre.

Quelle: China Tibet Online

(Redakteur: Daniel Yang)

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