Thema:

Der „Glücksvogel“ Schwarzhalskranich

Datum: 28.11.2019, 09:00 Quelle: China Tibet Online

Der Schwarzhalskranich zählt zu den vom Staat geschützten Tierarten der Klasse 1 Chinas. Die Tibeter halten ihn für einen „Glücksvogel“. Jedes Jahr im Winter ziehen Gruppen von Schwarzhalskranichen von Nord-Tibet zu den Einzugsgebieten des Lhasa-Flusses und des Flusses Yarlung Zangbo, um dort zu überwintern.

Der 58-jährige Tenzin ist Mitarbeiter des Naturschutzgebiets für die Schwarzhalskraniche auf Staatsebene des Kreises Lhünzhub von Lhasa. Seine Arbeit besteht darin, die sichere Überwinterung der Schwarzhalskraniche zu gewährleisten.

Ein bisschen später als die Zugvögel steht Tenzin jeden Tag nach Sonnenaufgang auf. In dieser Zeit sind die Schwarzhalskraniche schon im Feld außerhalb seines Hauses angekommen. Manche suchen nach Futter mit vorgeneigtem Körper, und manche schreien mit langgestrecktem Hals. Beim Feuermachen und Butterschlagen zuhause kann Tenzin durch das Fenster die Schwarzhalskraniche sehen.

Am 22. November sagte Tenzin in Interview, seit November hätten sich jeden Tag mehr als 100 Schwarzhalskraniche in der Nähe seines Hauses niedergelassen. In seiner Schutzzone gebe es insgesamt fast 200, einige mehr als im gleichen Zeitraum im Vorjahr.

Talwärts von Tenzins Dorf liegt das Dorf Kazi. Die Seniorin Yunglhamo dieses Dorfes sagte, das Feld für die Hochlandgerste müsse alle zwei Jahre frisch umgepflügt werden, sonst würde die Produktionsmenge der Hochlandgerste für die nächste Saison beeinflusst. „Die Dorfeinwohner wissen auch, dass die Bearbeitung die Suche der Schwarzhalskraniche nach Futter beeinflusst. Trotzdem funktioniert der Anbau nur nach dem Umpflügen weiter. Nach der Ernte im nächsten Jahr besuchen die Schwarzhalskraniche erst Lhünzhub.“ Sie hält es für einen positiven Kreislauf.

Tenzin bemerkt, dass es in diesem Jahr in den Schwarzhalskranichgruppen viele „vierköpfige Familien“ gibt. Er sagte, dies bestätige, dass das Futter an den Orten, wo sich die Schwarzhalskraniche fortpflanzen und überwintern, gewährleistet wird. „Wenn es an Futter oder der Fähigkeit der Suche nach Futter mangelt, wird das Paar nur ein Ei brüten, selbst wenn zwei Eier gelegt werden.“

Informationen zufolge werden Experten von den Behörden für die Forstwirtschaft auf Kreisebene eingeladen, um die lokalen tibetischen Schützer von Schwarzhalskranichen vor ihrem Dienst zu schulen, damit sie die Grundkenntnisse für die Beobachtung und Rettung der Vögel beherrschen. Jedes Jahr im Dezember vergeben die Behörden für die Forstwirtschaft ihnen Weizen, der als zusätzliches Futter der Schwarzhalskraniche gilt.

In seiner Erinnerung gab es vor mehreren Jahren in seinem Dorf nicht so viele Schwarzhalskraniche wie heute. Mittlerweile kommen im Winter Gruppen von Rostgänsen, Streifengänsen und Schwarzhalskranichen zum Stausee des Hutou-Bergs. „Im Dezember 2018 tauchten in einer Schutzzone bis zu 600 Schwarzhalskraniche auf.“

Tenzin führte die Journalisten auch zum weiteren Feld. „Ich fahre allein mit dem Motorrad Streife, um die streunenden Hunde zu vertreiben und zu vermeiden, dass sie die Schwarzhalskraniche aus dem Hinterhalt angreifen, oder um zu überprüfen, ob die Schwarzhalskraniche verletzt werden.“ Laut Tenzin sind die Schwarzkraniche sehr wachsam. Bei der Suche nach Futter gibt es in den Gruppen Wachtiere. Wenn diese Gefahren entdecken, mahnen sie mit hastiger Heulerei ihre Partner.

In Tenzins Fingerrichtung sahen die Journalisten auf einem noch nicht umgepflügten Feld eine Gruppe von 50 bis 60 Schwarzkranichen. Als sie bemerkten, dass sich Menschen näherten, begannen die Schwarzhalskraniche, sich aufzurichten und uns wachsam anzusehen. Dann bedeutete Tenzin uns, Abstand zu halten.

In der Ferne essen die Yaks im Feld sorglos und unbekümmert das getrocknete Gras. Die Schwarzhalskraniche mit hohem Hals und langen Beinen suchen ganz gemütlich nach Futter, während sie ihre Federn ordnen.

Wenn man mit Geduld im Feld wartet, kann man ab und zu sehen, dass Gruppen von Schwarzkraniche unter dem blauen Himmel im Winter fliegen und mit schöner Haltung schweben, um nach einem geeigneten Feld zu suchen und zu landen. Sie suchen bis gegen Abend nach Futter und fliegen dann in Gruppen zum Stausee des Hutou-Bergs zurück, so Tenzin.

Quelle: chinanews.com

(Redakteur: Daniel Yang)

MeistgelesenMehr>>

Geschichte TibetsMehr>>

W020190701343409041029.jpg W020191009385838845412.jpg W020191104571001151422.jpg W020191029564389394171.png
12345