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Tibet ändert sich in den letzten Jahren

Datum: 25.09.2018, 09:36 Quelle: China Tibet Online

2005 bin ich zum ersten Mal nach Tibet gekommen. Da war ich 18 Jahre alt. Meine Bindung an Tibet ist auf einen Zufall zurückzuführen. Ich habe im Fernsehen eine touristische Sendung über Tibet gesehen. Da war ich vom blauen Himmel, grünen Wiesen, Herden von Rindern und Schafen, schneebedeckten Bergen in der Ferne sowie dem fröhlichen Gesang und Tanz der einheimischen Bevölkerung beeindruckt. Ich fragte mich, wie glücklich die dortigen Menschen sein können. In diesem Moment habe ich mir fest vorgenommen, nach Tibet zu reisen.

Ich als meine gewünschte Hochschule angab, habe ich heimlich die Universität Tibet eingetragen, ohne dass meine Familie davon Bescheid wusste. Als ich die Zulassung der Universität Tibet in meinen Händen hielt, habe ich sie aufgeregt mehrfach gelesen. Erst dann habe ich es meinen Eltern mitgeteilt. Sie freuten sich sehr über meine Zulassung, wobei sie etwas besorgt wegen meiner Entscheidung waren. Sie haben nämlich erfahren, dass Tibet sehr weit ist, schlechte Verkehrsanbindungen hat, unter Sauerstoffmangel leidet und dünn besiedelt ist.

Ich sehnte mich sehr nach dem heiligen Tibet. Nachdem ich meinen Eltern meine Einstellung klargemacht hatte, haben sie mir Unterstützung gewährt.

Kurz vor dem Beginn des Studiums haben mir meine Eltern beim Kofferpacken geholfen. Mein Onkel begleitete mich auf dem Weg nach Lhasa. Damals war die Eisenbahnlinie Qinghai-Tibet noch nicht fertiggestellt, weswegen man nur einen Schlafplatz im Langstreckenzug nehmen konnte. Es dauerte zwei bis drei Tage, bis man in Lhasa ankam. Das war das erste Mal, dass ich meine Eltern verließ. Ich schaute mir die schneebedeckte Bergkette, die endlosen Wiesen, das türkisfarbene Seewasser und die herumlaufenden Antilopen an und war voller Neugierde sowie Erwartungen hinsichtlich des Zieles, an dem ich in Kürze ankommen würde.

Nach all den Strapazen kam ich endlich in Lhasa, das mich anzog, an. Der blaue Himmel, die reinen Wolken und die Gebäude mit Besonderheiten des tibetischen Volkes zogen meine Aufmerksamkeit auf sich. Nachdem die Universität alles arrangiert hatte, besichtigte ich sofort in meiner Freizeit die Stadt Lhasa.

Die Barkhor-Straße, wo die einheimischen Bewohner Gebetsmühlen drehten, den Buddha verehrten, Gaststätten aufsuchten und shoppten, war die belebteste Stelle des Stadtgebiets Lhasas. Dort standen kleine Läden nebeneinander. Beiderseits der Straße sah man überall Stände von Händlern. In erster Linie wurden Kleidung, einheimische Produkte, manuelle[1]  Produkte usw. verkauft. Die ganze Altstadt hatte die Barkhorstraße als Zentrum und strahlte in alle Richtungen. Die dortigen Gebäude waren allem voran niedrige Bauten mit Besonderheiten der Tibeter und wirkten etwas alt. Die Infrastruktur der ganzen Stadt war noch nicht komplett und die öffentlichen Dienstleistungen waren relativ rückständig.

Im Jahr 2010, nach dem Studienabschluss, habe ich an der Beamtenaufnahmeprüfung teilgenommen. Dann wurde mir eine Stelle in einer Kreisstadt in Nyingchi in Tibet zugewiesen. Laut einer Anweisung musste ich zuerst in einer Gemeinde Erfahrung sammeln. Damals gab es dort keine Kantine, weshalb wir selber kochen mussten; es gab kein Einzelappartement. Dann mussten mehrere Personen in einem wohnen. Es gab auch keine Utensilien zum Duschen. Daher mussten wir einmal im Monat zum Duschen in die Kreisstadt fahren. Später haben sich die Bedingungen Schritt für Schritt verbessert. Wir bekamen jeweils ein eigenes Apartment. Überdies wurden eine Kantine und eine Duschanstalt aufgebaut. Ferner wurde eine geteerte Straße zur Kreisstadt fertiggebaut. In den letzten Jahren wurden die Haushalte der Nomaden ans Versorgungsnetz von Leitungswasser angeschlossen. Toiletten wurden errichtet und Solarboiler wurden aufgestellt.

Später wurde ich einer Anweisung gemäß in die Kreisstadt versetzt. Einige Jahre später habe ich es durch die Teilnahme an der Auswahlprüfung geschafft, wieder nach Tibet zurückzukehren. Die Stadt, die mich einst hinriss, hat nun belebte Straßen, zahlreiche Einwohner, dicht beieinander liegende Läden und schöne Wohnhäuser. Auf einmal konnte ich damit nicht mehr fertig werden.

Am meisten haben mich die Veränderungen der Stadt beeindruckt. In den zahlreichen Geschäften gibt es allerlei Waren. Delikatessen aus unterschiedlichen Regionen sorgen für Gaumenfreuden. Touristen aus unterschiedlichen Orten schießen hier Fotos als Andenken. Am Wochenende habe ich es gern, mit Freunden in die Umgebung zu gehen. Manchmal fahren wir mit dem Zug nach Xigazê. Dank der dreistündigen Fahrt kann man innerhalb eines Tages hin- und zurückfahren. Wenn man mehrere Feiertage hat, dann kann man mit Freunden mit dem Auto nach Nyingchi fahren. Die Landschaft beiderseits der Autobahn Lhasa-Nyingchi ist wunderschön.

Es ist nun das 13. Jahr, das ich in Tibet verbringe. Ich spüre den Wandel Tibets deutlich und ich habe auf dem Hochplateau meinen Traum verwirklicht.

(Redakteur: Daniel Yang)

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