Thema:

Warum hat Tibet so viele Feste?

Datum: 07.12.2011, 14:36 Quelle: chinatoday.com


Shoton-Fest

Wenn Sie sich zehn bis 15 Tage in Tibet aufhalten, können Sie jedenfalls ein Fest mitfeiern und die fröhliche Stimmung selbst erleben.

Die Tibeter feiern in jedem Monat nach dem traditionellen tibetischen Kalender Feste. Auf den 8., den 15., und den 30. Jeden Monats fallen das Bhaisajya-Guru-, das Dakini-, das Shakyamuni- bzw. das Amitabha-Fest. Ferner werden das Neujahr nach dem traditionellen tibetischen Kalender, die Große Gebetszeremonie und viele andere als Feste gefeiert. Das ganze Jahr hindurch werden etwa hundert kleine und große Feste in Tibet gefeiert.

Warum haben die Tibeter so viele Feste?

Tibet ist das höchstgelegene Gebiet der Welt, das eine „Welt aus Schnee“ genannt wird. Hier herrschen harte Naturbedingungen, die seit alten Zeiten die Existenz des Menschen gefährden. Die Vorfahren der Tibeter glaubten, dass nur die Kräfte der Natur ihre Existenz bestimmten.So entstand ein Naturkult. In fast allen Festen der Tibeter kommt dieser Naturkult zum Ausdruck. Und während ihrer verschiedenen Feste verehren sie die Götter wie die Natur. Noch heute verehren die Tibeter den Himmels-, den Dorf-, den Berg-, den Ernte- und den Jagdgott.

Die geringe Bevölkerungszahlung ist auch ein Faktor für die Zahlreiche Feste. Tibet ist ein sehr großes aber dünn besiedeltes Gebiet. Die Bewohner sehnen sich nach engen Kontakten zur Außenwelt. Die Feste bieten ihnen die seltene Gelegenheit, andere Menschen zu treffen. Während des Festes treffen Familien, Verwandte, Nachbarn und Menschen aus verschiedenen Regionen zusammen, um gemeinsam zu feiern.

Wenn man den Ursachen der Entstehung jedes Festes nachgeht, wird man entdecken, dass die Feste des Weide- und Anbaugebiets, zum Beispiel das Pferderennen und das Fest der Grasmahd sowie das Ongkor-Fest, offensichtlich in Zusammenhang mit der Viehzucht bzw. mit dem Ackerbau stehen. All diese Feste entstanden in der Vergangenheit unter dem Einfluss der Produktions- und Lebensweise der Tibeter. Seit jeher legen die Tibeter großen Wert darauf, Feste zu feiern. Durch das Zusammentreffen mit anderen während des Festes können sie freundschaftliche Kontakte herstellen, Erfahrungen und Waren austauschen.

Die traditionellen Feste der tibetischen Nationalität haben unter dem Einfluss des tibetischen Buddhismus eine stark religiöse Färbung angenommen. Etliche sind nach und nach zu rein religiösen Festen geworden. Der tibetische Buddhismus ist keine in Tibet entstandene Religion. Von Anfang an wurde der Buddhismus in Tibet durch Feste verbreitet. Nach und nach ging der Buddhismus den Tibetern in Fleisch und Blut über und der besondere tibetische Buddhismus entstand. Dies ist ein weiterer wichtiger Grund, warum so viele Feste Tibets in der Religion wurzeln. Die Feste, die anfangs nur von Mönchen gefeiert wurden, erlangten allmählich auch bei den Laien große Popularität.

Auch interessant

MeistgelesenMehr>>

Geschichte TibetsMehr>>

640.jpg
12345