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Neuer Regierungsplan gegen Kinderarmut auf dem Land

Datum: 25.01.2015, 16:39 Quelle: german.cri.cn

Neuer Regierungsplan gegen Kinderarmut auf dem Land
Neuer Regierungsplan gegen Kinderarmut auf dem Land

Yu Runhan ist 23 Jahre alt und Lehrerin in der Mittelschule Santai in der Gemeinde Dayao im Autonomen Gebiet der Yi in Yunnan. Ihre Schüler scheinen nicht so interessiert an Unterricht auf Hochchinesisch zu sein. Da sie sich im Alltag im Yi-Dialekt unterhalten, können die meisten Hochchinesisch überhaupt nur schwer verstehen. Das ist nicht nur für die Kinder eine Herausforderung, sondern auch für Yu Runhan. Den Kindern, die meist aus armen Familien stammen, fehlt es an Unterstützung von zu Hause. Derzeit leben über 40 Millionen Kinder in armen Gebieten, deren Gesundheits- und Bildungssituation weit unter dem Landesdurchschnitt liegt. Damit die Armut nicht von Generation zu Generation vererbt wird, plant die Regierung, diesen Kindern mit verschiedenen Maßnahmen zu helfen.

Erst vor kurzem hat der Staatsrat die Entwicklungsplanung für Kinder in armen Regionen veröffentlicht. Zu den Hauptaufgaben in diesem Bereich gehören Säuglingsgesundheit, Ernährung, Bildung und behindertengerechte Betreuung. Seit der Reform und Öffnung hat sich dieser Bereich in China rasch entwickelt. Nach wie vor existiert aber eine große Kluft zwischen Stadt und Land. Die fehlenden Kenntnisse und Fähigkeiten würden es den Kindern schwer machen, sich aus der Armut zu befreien, erklärt Dang Guoying von der chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften. Das sei kein privates, sondern ein öffentliches Problem.

„Nach dem vergangenen Semester habe ich herausgefunden, dass viele Schüler die Schule nicht mögen", berichtet die junge Lehrerin Yu Runhan aus Yunnan. „Jährlich kommen nur ungefähr 40 Schüler in die Oberschule. Viele arbeiten in den Feldern oder ziehen als Wanderarbeiter in große Städte." Yu Runhan versucht, durch Lesen das Interesse der Schüler zu wecken und hat dafür eine Bücherecke eingerichtet. „Die Kinder hier gehen zwar nicht gerne zur Schule, aber Lesen mögen sie. Auch die Schwierigen werden während des Leseunterrichts ruhiger", sagt Yu Runhan. Lesen stärke die Fähigkeit zum eigenständigen Denken und Lernen, glaubt Yu. Eine staatliche Planung würde das auch besser garantieren.

Ein anderer wichtiger Punkt ist die Aufmerksamkeit für die Gesundheit. Laut Statistiken der staatlichen Kommission für Gesundheit und Familienplanung sind die Zahlen von Untergewichtigen und Wachstumsverzögerungen auf dem Land drei- bis viermal so hoch wie in den Städten. In armen Gebieten ist der Unterschied noch gravierender. Der ehrgeizige Plan der Regierung sieht eine Verbesserung dieser Situation bis 2020 vor.

Professor Xin Tao von der Beijinger Pädagogik-Universität hält viel von den neuen Maßnahmen. Der Plan sei eine Vertiefung der Armutsbekämpfung. Durch die Kontrolle auf Staatsebene können Probleme gezielt angegangen und Ungerechtigkeiten ausgeglichen werden.

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