Thema:

Interview mit dem einzigen geheilten Patienten der COVID-2019 in Tibet: „Großherzige Liebe weit weg von der Heimat“

Datum: 17.02.2020, 14:15 Quelle: China Tibet Online

Am Nachmittag des 12. Februar ging der Patient aus Suizhou von Hubei mit dem Familiennamen Zhang mit dem Entlassungsbrief aus dem Quarantänekrankenzimmer und bedankte sich vor den medizinischen Mitarbeitern. Er schluchzte und sagte: „Weit von meiner Heimat entfernt sind Sie bei der Epidemie keine Verwandten, sondern besser als Verwandte!“

Er ist der erste und der bisher einzige Patient der Epidemie durch das neuartige Coronavirus in Tibet. In den vergangenen 18 Tagen, von dem Arztbesuch im Krankenhaus bis zur Quarantänebehandlung und bis zur heutigen Entlassung aus dem Krankenhaus hat er wirklich eine Wiedergeburt erlebt.

„Schon längst hatte ich das Zugticket gekauft und wollte während der Ferien zum Frühlingsfest nach Tibet reisen.“ Der 34-jährige Zhang hat seit der Kindheit einen „Tibet-Traum“. Am 11. Januar kehrte er vom Kreis Dacheng in der Stadt Langfang der Provinz Hebei, wo er arbeitet, in seine Heimat Suizhou zurück. Er blieb nur wenige Tage dort und fuhr am 17. Januar mit dem Auto nach Wuhan, um einige Arbeitsangelegenheiten zu erledigen, und hat einige Stoffe für die Tibet-Reise gekauft. „Damals hatte ich noch keine Ahnung davon, wie schlimm die Epidemie ist.“ Am Abend des 22. Januar fuhr er planmäßig mit dem Zug von Wuchang los und begann seine Urlaubsreise, die eigentlich voller Freude sein sollte.

Im Zug fühlte er sich ganz wohl. Aber er erkannte die Gefährlichkeit der Epidemie erst, nachdem er erfahren hatte, dass die Stadt Wuhan gesperrt wurde. Am 24. Januar, dem Silvestertag, um 17 Uhr kam der Zug in Lhasa an. Der Zugführer forderte die Passagiere aus Wuchang auf, zu bleiben, maß ihre Körpertemperatur, registrierte sie und ließ sie dann passieren.

Am Nachmittag des nächsten Tages fühlte er sich plötzlich kraftlos und die Muskeln taten ihm weh. Nachdem er sich aufs Bett gelegte hatte, litt er an Husten und Fieber. Der Besitzer des Hotels fand das ungewöhnlich und maß seine Körpertemperatur. Das Ergebnis war 38,1 Grad Celsius. Dann stand Zhang sofort auf und fuhr mit einem Taxi ins dritte Volkskrankenhaus des Autonomen Gebiets Tibet.

Zhang sagte, in der Nacht der Diagnose habe er einige Alpträume gehabt, in denen er nicht gerettet werden konnte und klagte, warum ihn die Epidemie getroffen hat und ausgerechnet er daran leidet. Aus Angst vor dem Virus und der Sorge um seine Familie war er in großem Stress. Gleichzeitig begannen die medizinischen Mitarbeiter die angespannteste Arbeit. Mehr als 150 medizinische Mitarbeiter aus Tibetern, Han-Chinesen und Hui behandelten ihn nach dem betreffenden Konzept aktiv.

„Egal woher du kommst, du bist unser Patient. Unsere Verantwortung liegt darin, dich mit allen Kräften zu heilen.“ So tröstete der Leiter des Expertenteams der Behandlung, Huademi, ihn.

„Du sollst dich entspannen und eine gute Mentalität haben.“ Die Oberschwester Sonam Yungchen bat ihm jeden Tag psychologische Hilfe an und informierte ihn zur Ermutigung darüber, dass viele Patienten in Zentralchina geheilt wurden und das Krankenhaus verlassen haben.

Angesichts des Zustands von Zhang und des Klimas auf dem Hochland hat das Krankenhaus ein persönliches Heilkonzept ausgearbeitet. Es ging ihm Tag für Tag besser. Vor mehr als einer Woche hatte er immer einen guten Appetit und wollte Fleischsuppe essen. Am nächsten Tag brachte die Oberschwester von zuhause Yakfleisch mit und kochte für ihn eine Schüssel heiße Yakfleischsuppe.

Nach der 18-tägigen Behandlung ist die gute Nachricht schließlich gekommen. Nachdem zwei Nukleinsäuren-Tests ein negatives Ergebnis gezeigt hatten, legte das Expertenteam laut dem neusten nationalen Behandlungskonzept der COVID-2019 fest, dass er dem Heilungsstandard entspricht und das Krankenhaus verlassen kann. Am Nachmittag des 12. Januar gegen 14 Uhr ging Zhang in Begleitung der medizinischen Mitarbeiter aus dem Quarantänekrankenzimmer.

„Die Anstrengungen von so vielen Menschen haben mich gesund gemacht. Die medizinischen Mitarbeiter müssen weiter an der Front arbeiten. Sie sind sehr angestrengt.“ Zhang schluchzte nochmal. Während dieser Zeit liegt seine große Sorge darin, dass er seine Krankheit unabsichtlich auf andere Menschen übertragen könnte. Erst als er hörte, dass alle Menschen, einschließlich der medizinischen Mitarbeiter, die engen Kontakt mit ihm hatten, gesund sind, ist er erleichtert.

Wieder unter dem warmen Sonnenschein war es ihm von der Haut bis ins Herzen warm. „Weit weg von meiner Heimat gibt es großherzige Liebe. Ich will mit meinem eigenen Erlebnis allen mitteilen, dass das Virus nicht furchtbar ist. Furchtbar ist, wenn man die Zuversicht verliert. Man soll auf sich selbst, auf die Ärzte und auf den Staat vertrauen. Wir können bestimmt die Epidemie besiegen“, so Zhang.

Quelle: xinhuanet.com

Auch interessant

MeistgelesenMehr>>

Geschichte TibetsMehr>>

12345