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Tibet-Reise: In die Wohnungen der Nomaden in der Gemeinde Nyingzhong in Tibet

Datum: 12.04.2015, 08:30 Quelle: China Tibet Online

In die Wohnungen der Nomaden in der Gemeinde Nyingzhong in Tibet

In die Wohnungen der Nomaden in der Gemeinde Nyingzhong in Tibet

Bericht von cri.cn (Reporter: Liu Chang): Auf dem Hochplateau Qinghai-Tibet ist es nach wie vor kalt, aber im Wohnzimmer von Balu, einem Bewohner des Dorfes Qucai in der Gemeinde Nyingzhong des Kreises Damxung war es jedoch sehr warm im Frühling. Balu und seine Familie saßen um den Ofen herum, tranken Buttertee, aus dem heißer Dampf emporstieg, aßen getrocknetes Rindfleisch, das die eigene Familie gemacht hatte, unterhielten sich lebhaft und sahen fern.

Das neue Zuhause von Balu liegt zwischen einer Weidefläche und hohen Bergen. Nebenan sind die Eisenbahnlinie Qinghai-Tibet und die Straße Qinghai-Tibet. In diesem Dorf, zu dem man etwa zwei Stunden von Lhasa aus mit dem Auto fahren muss, wohnen 1424 Haushalte. Balu ist im Jahr 2011 hierher gezogen. Das zweistöckige Gebäude hat eine Gesamtfläche von 260 Quadratmetern. An der Decke des Wohnzimmers hingen vier Lampen. Außerdem gab es dort traditionelle Couches in tibetischem Stil. Darüber hinaus zeigte die Wandmalerei an der Wand einen deutlichen tibetischen Stil. Balu sagte, dass er sich wirklich nicht mehr an die miserablen Lebensbedingungen erinnern könne, als sie früher Vieh herumgetrieben haben, wenn er sich manchmal seine warme, komfortable, neue Wohnung anschaue. „Früher habe ich in einem Haus, das ich selbst mit Erde gebaut hatte, gewohnt. Das Haus war sehr klein und auch sehr alt. Im Jahr 2011 bin ich im Rahmen des staatlichen Unterbringungsprojekts zur hiesigen neuen Unterbringungssiedlung für Nomaden gezogen. Die jetzige Wohnung ist weitaus besser. Früher hatte mein Haus nur ein Stockwerk. Nun habe ich ein zweistöckiges Haus aus Ziegeln und Beton. Die Qualität ist gut und das Haus ist auch geräumig.“

Das Unterbringungsprojekt, von dem Balu gesprochen hat, ist das Projekt zugunsten der Bevölkerung, das das Tibetische Autonome Gebiet Tibet zur Verbesserung der Wohnbedingungen der landwirtschaftlichen Nomaden durchgeführt hat. Ab 2006 führt Tibet das Projekt zur Unterbringung landwirtschaftlicher Nomaden mit den Schwerpunkten wie der Renovierung ländlicher Häuser, der Unterbringung von Nomaden an festen Stellen, der Umsiedlung von Nomaden zur Armutsbekämpfung etc. durch. Auf den sommerlichen Weideflächen mit Verkehrsanbindungen wurden die eigene Wahl sowie die Lebensgewohnheiten der landwirtschaftlichen Nomaden respektiert und unter dieser Voraussetzung wurden warme, komfortable, neue Häuser gebaut, damit die Kinder zur Schule gehen, die Kranken behandelt werden und die Älteren ein sicheres Leben führen können. 

Vor mehr als 50 Jahren waren die Landwirtschaft sowie die Viehwirtschaft fast die einzige Branche in Tibet. Die langfristigen, primitiven Arbeitsmethoden führten dazu, dass die Landwirtschaft sowie die Viehwirtschaft durchgehend auf einem extrem niedrigen Niveau blieben. 90 % der Tibeter hatten keine eigenen Wohnräume. Die landwirtschaftlichen Nomaden hatten Zelte bei ihnen und wohnten mit Rindern sowie Schafen auf denselben Weideflächen. Ihre grundlegenden Lebensrechte konnten nicht gesichert werden. Doje Cezhug, Sekretär des Komitees der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) der Stadt Lhasa, sagte: „Im Sommer trieben landwirtschaftliche Nomaden draußen Vieh herum. Im Winter gab es Schnee und Eis und es war kalt. 90 % der tibetischen Bevölkerung hatte keine eigenen Wohnräume. Die landwirtschaftlichen Nomaden nahmen Zelte mit und wohnten zusammen mit ihren Rindern sowie Schafen auf denselben Weideflächen. Yaks starben sogar vor Kälte, von Menschen gar nicht erst zu sprechen. Was sind Menschenrechte? Wir achten wirklich auf die Menschenrechte. Als früher Nomaden Vieh herumtrieben, waren Menschen, Rinder sowie Schafe gleich. Außerdem wohnten sie unter miserablen Bedingungen. Nun sorgt das von uns durchgeführte Projekt ‚Sichere Wohnungen‘ dafür, dass die Nomaden ein Dach über dem Kopf haben.“   

Die neu gebauten Wohnungen zur Unterbringung von Nomaden werden von Subventionen des Staates, des autonomen Gebiets und der Stadt Lhasa finanziert. Jeder Haushalt erhält eine Subvention in Höhe von 35.000 Yuan (rund 5226 Euro). Balu sagte, dass er beim Einzug noch den Sonderzuschuss wegen der Verbesserung entlang der Eisenbahnlinie sowie der Straße Qinghai-Tibet genossen habe. Der Baupreis seines Hauses betrage über 300.000 Yuan (rund 44.797 Euro) und er habe einen Zuschuss in Höhe von 130.000 Yuan (etwa 19412 Euro) von der Regierung erhalten.

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