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Wildpfirsichblütenschau in Nyingchi

Datum: 20.04.2020, 11:05 Quelle: China Tibet Online

„Der Frühling von Tibet beginnt in Nyingchi.“ Das ist wahr.

Am 5. April hat es in Lhasa noch geschneit. Aber in Nyingchi standen die Pfirsichblüten in den Bergen bereits in voller Blüte wie scharlachrote Wolken.

„In Nyingchi gibt es mindestens 3 Millionen wilde Pfirsichbäume. Überall sieht man die 300 bis 500 Jahre alten Bäume. Es handelt sich um ein besonderes Geschenk der Natur ans tibetische Hochland.“

Die Pfirsichbäume von Nyingchi sind immer noch überwiegend wild

Der Pfirsichbaum ist einer der am frühesten vom Menschen domestizierten Obstbäume und hat eine weite Verbreitung in China. Die wilden Pfirsichbäume in Nyingchi können einen Stammdurchmesser von einem bis zwei Metern erreichen. Weil sie nicht künstlich domestiziert und veredelt wurden, sind die Pfirsiche, die von den hohen Bäumen kommen, klein, dünnfleischig, und haben einen säuerlichen Geschmack. Daher fallen die meisten reifen Früchte auf den Boden und verrotten. Sie wandeln sich zur Frühlingserde und machen die Blumen blühender.

Das kalte Winterklima auf dem tibetischen Hochland macht den Pfirsichbaum schädlingsfrei und langlebig

Die wilden Pfirsichbäume von Nyingchi befinden sich im Tal auf einer Höhenlage von 2600 bis 3200 Metern. Es handelt sich um den größten wilden Pfirsichwald Chinas. Im warmen Frühling sind die wunderschönen, prächtigen Pfirsichblüten überall auf den Bergen zu sehen.

„Die überall in Nyingchi zu findenden wilden Pfirsichbäume sind auch das Ergebnis der natürlichen Auslese.“ Der Professor für Botanik, Xing Zhen, sagt: „An einzelnen Orten in den tibetischen Regionen Lhasa, Qamdo und Shigatse gibt es auch wilde Pfirsichbäume. Aber diese Pfirsiche haben keinen nackten Kern, und die Bäume haben weniger Blüten als die von Nyingchi.“

Xings Meinung nach hat Nyingchi im Vergleich zum Mittel- und Unterlauf des Jangtse-Flusses eine höhere Höhenlage und weniger Aktionen durch den Menschen. Die wilden Pfirsichbäume haben mehr natürlichen Raum zum Wachsen, und das kalte Winterklima ermöglicht hier weniger Schädlinge und längere Lebenszyklen.

Dorfeinwohner sind in den Tourismus eingestiegen und fällen die Pfirsichbäume nicht mehr

Das Dorf Gala im Bezirk Bayi der Stadt Nyingchi ist ein berühmtes Gebiet für Pfirsichbäume. Vor und hinter den Häusern der Dorfeinwohner sind die hundert Jahre alten Pfirsichbäume. Früher war für die Einwohner der größte Nutzen der Pfirsichbäume die Verwendung als Brennstoff zum Kochen und Heizen.

Die Bäume auf dem Hochland sind ein wichtiges Pflanzensystem zum Schutz vor Sand, zur Festigung der Erde sowie zur Wasser- und Bodenunterstützung. Der übermäßige Holzeinschlag war nicht nachhaltig und entsprach den ökologischen Anforderungen nicht. Deshalb verbietet das Dorf seit 2000 das Fällen der wilden Pfirsichbäume. Aber einige Leute verstanden das nicht. „Die Pfirsiche von diesen Bäumen können nur für den Preis bis zu 2 Yuan pro Kilogramm verkauft werden. Was bringt es, sie zu behalten?“

Wie konnte man die Dorfeinwohner davon abhalten, Bäume zu fällen? Die Parteizelle des Dorfes versuchte, die Pfirsichblüten zu einer Tourismusattraktion zu machen. Unerwartet sind die wilden Pfirsichblüten, die im Frühling überall in den Bergen zu finden sind, auf einen Schlag zur prächtigsten Visitenkarte des Nyingchi-Tourismus geworden. Im vergangenen Jahr erreichten allein die Einnahmen durch Eintrittsgelder des Dorfes Gala mehr als 3,5 Millionen Yuan. Das durchschnittliche Einkommen pro Familie durch den Tourismus betrug 100.000 Yuan. „Seitdem wir in den Tourismus eingestiegen sind, sind die wilden Pfirsichbäume zu den wahren Reichtum-Bäumen in unserem Dorf geworden. Niemand will einen Pfirsichbaum fällen“, sagt Penba, der Sekretär der Parteizelle des Dorfes, stolz.

(Redakteur: Daniel Yang)

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