Thema:
Startseite > Kommentar > Artikel

Geheimnis: Von Lhamo Döndrub bis zum 14. Dalai Lama

Datum: 07.07.2015,08:46:00 Quelle:China Tibet Online

Am Montag nahm der Dalai Lama in den USA an einer offiziellen Feier für seinen 80. Geburtstag teil. Vor 80 Jahren, nämlich am 6. Juli 1935, wurde ein Junge mit dem Namen Lhamo Döndrub in einem kleinen Dorf in der nordwestchinesischen Provinz Qinghai geboren.

Dieses kleine Dorf befindet sich in einer typischen, von mehreren Nationalitäten besiedelten Region Chinas. Hier leben Hui, Han, Tibeter und so weiter. Obwohl Lhamo Döndrub in einer tibetischen Familie lebte, konnte er wegen des gemischten Wohnens mit anderen ethnischen Gruppen nur Qinghai-Chinesisch, aber fast keine tibetische Sprache sprechen.


Das kleine Dorf,wo der 14. Dalai Lama geboren wurde.

Etwa zwei Jahre vor seiner Geburt gab es in Tibet ein großes Ereignis, welches das Schicksal des Kindes namens Lhamo Döndrub veränderte. 1933 machte sich der von den Tibetern als Inkarnation von Avalokiteshvara betrachtete große lebende Buddha Tibets – der 13. Dalai Lama ins Nirvana. Laut dem Brauch der Reinkarnation des tibetischen Buddhismus und der im Jahr 1793 ausgearbeiteten „Auf kaiserliche Anordnung zusammengestellten Vorschriften über die Angelegenheiten Tibets“ begann ein Team, das aus Hunderten Beamten, Mönchen, Dienern und Musikern bestand, nach dem Seelenkind zu suchen.

Die Suche nach dem Seelenkind fand nach der traditionellen tibetischen Methode Seebetrachtung statt. Man suchte aufgrund der „heiligen Spuren“ im See nach dem Seelenkind. Diesen zufolge sollte der 13. Dalai Lama wahrscheinlich nordöstlich, südöstlich und östlich von Tibet wiedergeboren werden. Deshalb kam das Team im kleinen Dorf in der Provinz Qinghai an.

Tatsächlich gab es in Südosttibet noch ein Seelenkind, das wie Lhamo Döndrub auch für die Reinkarnation des 13. Dalai Lama gehalten wurde, bevor die Zentralregierung Lhamo Döndrub anerkannt hatte. Im Unterschied zu dem anderen Seelenkind wurde Lhamo Döndrub vom damaligen Prinzregenten Radreng Rinpoche gefunden. Um seine eigenen Kräfte zu festigen, teilte der Radreng Rinpoche der Zentralregierung mit, dass das andere vom hochrangigen lokalen tibetischen Beamten Silun gefundene Seelenkind nicht die echte Reinkarnation des Dalai Lama sei.

Das originale Dokument „Auf kaiserliche Anordnung zusammengestellten Vorschriften über die Angelegenheiten Tibets“
Das originale Dokument „Auf kaiserliche Anordnung zusammengestellten Vorschriften über die Angelegenheiten Tibets“ 

Dem zweiten Artikel der „Auf kaiserliche Anordnung zusammengestellten Vorschriften über die Angelegenheiten Tibets“ zufolge soll die Losziehung aus der Goldenen Urne stattfinden, wenn es mehr als einen Kandidaten des Seelenkindes gibt, um das Seelenkind des Dalai Lama, des Panchen Lama und der Hutuktus in verschiedenen tibetischen Regionen zu bestimmen. Den Vorsitz der Zeremonie muss der in Tibet stationierte Hochkommissar führen. Er schreibt die Namen und die Geburtsdaten der Kandidaten in der mandschurischen, chinesischen und tibetischen Sprache auf Elfenbeinlose und legt diese Lose in eine Goldene Urne hinein. Dann zieht er ein Los vor dem Publikum aus der Goldenen Urne aus. Danach reicht er bei der Zentralregierung die Genehmigung ein.

Der Radreng Rinpoche
Der Radreng Rinpoche,damaliger Prinzregent von 14. Dalai Lama 

Der Radreng Rinpoche bat den Vertreter der Zentralregierung Wu Chung-hsin und sagte: „Das Seelenkind aus Qinghai ist ausgezeichnet und intelligent. Alle Mönche und Laien in ganz Tibet halten es für die Reinkarnation des 13. Dalai Lama. Die Volksversammlung hat entschieden, keine Losziehung aus der Goldenen Urne abzuhalten. Wir bitten die Zentralregierung darum, nach dem Beispiel des 13. Dalai Lama die Losziehung aus der Goldenen Urne zu erlassen.“

Die Zentralregierung war der Meinung, dass „die Reinkarnation zu viel mit der Zukunft der tibetischen Politik und Religion zu tun hat und nicht übereilt angepackt werden soll“. Deswegen wurde Wu Chung-hsin von der Zentralregierung beauftragt, persönlich zu untersuchen, ob das Seelenkind intelligent sei. Darüber hinaus forderte die Zentralregierung den Radreng Rinpoche auf, ein offizielles Dokument vorzulegen, um das Erlassen der Losziehung aus der Goldenen Urne zu erbitten.

 Wu Chung-hsin und Junger Dalai Lama
Wu Chung-hsin und Junger Dalai Lama

Am 31. Januar 1936 besuchte der Vertreter der Zentralregierung Wu Chung-hsin den Sommerpalast des Dalai Lama Norbulingka, um das Seelenkind zu überprüfen. Zuerst überreichte Wu Lhamo Döndrub einen Hada und bat ihn dann, aufzustehen, um überprüft zu werden. Wu schrieb im Bericht für die Zentralregierung: „Lhamo Döndrub hat mehrmals mit Lächeln geantwortet, als ob er alles verstanden hat. Ich habe seine Hände gefasst. Er hatte auch keine Angst davor.“ Mit dem Auftreten des vierjährigen Jungen war Wu sehr zufrieden.

Durch mehrmalige Überlegungen hat der Leiter der damaligen Zentralregierung Chiang Kai-shek entschieden, dass die Nationalregierung einen Befehl erteilte, der der Bitte des Radreng Rinpoche zustimmte, die Losziehung aus der Goldenen Urne zu erlassen. Am 5. Februar 1940 verkündete die Nationalregierung die öffentliche Bekanntmachung: „Das Seelenkind aus Qinghai Lhamo Döndrub hat eine tiefe geistige Sicht, ist ausgezeichnet und intelligent. Durch Überprüfung ist er die Reinkarnation des 13. Dalai Lama. Die Losziehung aus der Goldenen Urne soll sofort erlassen werden. Es wird bestimmt, dass er der 14. Dalai Lama wird.“


Am 5. Februar 1940 verkündete die Nationalregierung die öffentliche Bekanntmachung.

Bis dann änderte das Seelenkind aus Qinghai Lhamo Döndrub seinen religiösen Namen zu Tendzin Gyatsho und erhielt die legale Identität als der 14. Dalai Lama. Seine Sitringasol-Zeremonie fand nach den Ritualen der Qing-Dynastie (1644-1911) statt. Der Vertreter der Zentralregierung Wu Chung-hsin hat an der linken Seite seines Inthronisationssitzes (laut chinesischem Brauch ist links die ehrenvolle Seite) gesessen und die Geburt des 14. Dalai Lama bestätigt.

(Editor:Soong)

Menschen

Mehr>>
Mein tibetischer Jurakurs und ich Berge, Menschen und Rinder Tibetisch-Absolventin: „Je mehr ich darüber lerne, desto mehr mag ich die tibetische Nationalität“ Zhongtai: Lebenslanger Schutz der Affen WeChat hat ein Dorf verändert
12345
  

Auch interessant