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Neue Straßen, neue Möglichkeiten, neue Bedrohungen – Kulturschutz in Yunnan

Datum: 13.11.2015,10:21:00 Quelle: China Tibet Online

"Ich bin 61 Jahre alt. Ich will allen diese Kunst beibringen, die sich dafür interessieren. Ich werde mich zu 100 Prozent dafür einsetzen."

Yu Xinzhi ist eine Frau der Lisu-Nationalität und lebt im Dorf Tongle in der südwestchinesischen Provinz Yunnan. Zu den kulturellen Highlights der Lisu zählen beispielsweise die einzigartige Kleidung, der traditionelle Tanz "Achi Mugua" und der besondere Baustil. Das Handwerk, das Guisanlu, so heißt Yu Xinzhi in der Lisu-Sprache, verbreiten will, ist die traditionelle Textilkunst.

Tongle, ihr Heimatdorf, befindet sich in der Bergregion in der Provinz Yunnan und gilt als Ursprung der traditionellen Kultur der Lisu, die eine der 55 nationalen Minderheiten in China sind. Die ungünstige Anbindung an die Außenwelt hat die Traditionen und die Kultur der Lisu geradezu konserviert. Bis jetzt. Seit Oktober 2015 ist Tongle durch eine neue Straße besser mit der Außenwelt verbunden. Das bringt natürlich viele Vorteile. Doch Yu macht sich auch ein bisschen Sorgen:

"Jetzt ist unser Lebensstandard erheblich verbessert. Viele Menschen, insbesondere junge Leute, wollen einfach Kleidung von der Stange kaufen, anstatt dass sie selber traditionelle Kleidung nähen. Es gefällt ihnen nicht. Deshalb befürchte ich, dass diese Kunstfertigkeit verloren gehen würde, wenn ich mich nicht um die Verbreitung kümmere."

Yu Xinzhi war ein schlaues Kind, sie mochte es, andere nachzuahmen. Insbesondere zeigte sie großes Interesse für die Textilprodukte sowie die traditionelle Strickerei der Lisu-Nationalität. Durch ihr fleißiges Lernen und unermüdliche Übungen sind Yus Produkte von feinster Qualität. Doch die bunte moderne Gesellschaft mit ihrem Gros an Auswahl und ihrem Markenbewusstsein lässt die einfache traditionelle Kleidung alt aussehen, unattraktiv. Yu bemüht sich darum, Jugendliche zu begeistern:

"Wie jüngere Leute suche auch ich gerne etwas Neues. Es ist natürlich einfach, Kleider von der Stange zu kaufen. Sie sehen schon schön aus. Aber unsere Textilprodukte sind ein kulturelles Symbol der Lisu. Deshalb müssen wir sie schützen."

Mittlerweile beherrschen wieder einige Einwohner in dem Dorf die Herstellung der traditionellen Kleidung. Darauf ist Yu sehr stolz:

"Bislang sind sieben Lehrlinge qualifiziert, das Handwerk selbständig auszuführen. Noch ein paar mehr lernen bei mir. Ich mache das alles kostenlos."

Neben Yu Xinzhi setzen sich mittlerweile auch andere für den Schutz und die Überlieferung der traditionellen Kultur der Lisu ein. Yu Xiuzhi, die auf Lisu Longgemi heißt, ist eine von ihnen. Die junge Frau gehört in die 1980er Generation und kennt sich gut in der Textilkunst aus. Ihr Bruder Longgezai sagt:

"Als sie noch klein war, lernte sie die Kunstfertigkeit von unserer Mutter. Es handelt sich dabei um Schmuck, den man beim Tanz am Kopf trägt."

Heute gehen die Einwohner im Dorf Tongle viel bewusster mit ihrer Kultur um. Auch durch die Unterstützung verschiedenster Behörden sind beim Schutz der traditionellen Kultur erste Erfolge zu sehen. So ist der Tanz "Achi Mugua" bereits in die erste staatliche Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. Ein gutes Zeichen für den weiteren Erhalt dieses historischen Teils der Geschichte der vielseitigen chinesischen Gesellschaft.

Übersetzt von Zhang Chen

Gesprochen von Xi Jing 

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