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Warum besucht der Dalai Lama das umstrittene Gebiet zwischen China und Indien?

Datum: 10.04.2017,09:27:28 Quelle:China Tibet Online

Zurzeit verfolgt die internationale Presse aufmerksam den Besuch des Dalai Lama in der umstrittenen Region im östlichen Teil des chinesisch-indischen Grenzgebiets. Am 6. April forderte die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Hua Chunying, Indien dazu auf, es zu unterlassen, den Dalai Lama zu benutzen, um Chinas Interessen zu schädigen. Darauf hat der Dalai Lama trotz der anstrengenden Reise sofort mit den Worten reagiert, Indien habe ihn nie gegen China benutzt. Da der Betreffende selbst meint, dass er nicht benutzt wird, kann man analysieren, was der Dalai Lama erhalten kann, wenn man bedenkt, dass er nicht scheut, das Kerninteresse Chinas herauszufordern.


Bild 1: Die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Hua Chunying (Bild vom Außenministerium)

Erstens will er mit dem chinesischen Territorium Indiens Unterstützung für die „Unabhängigkeit Tibets“ tauschen. Diesmal hat der Dalai Lama das als „Kerngegend“ der umstrittenen Region zwischen China und Indien bezeichnete Dawa besucht. Seitdem Songtsen Gampo im 7. Jahrhundert Tibet vereinigte und das Königreich Tubo gründete, ist die Gegend Dawang Teil des lokalen tibetischen Regimes geworden. Seit der Yuan-Dynastie (1271-1368) steht die lokale tibetische Regierung unter Kontrolle der chinesischen Zentralregierung. Die Gegend Dawang ist gemeinsam mit ganz Tibet ins Territorium Chinas eingeschlossen worden. Im 17. Jahrhundert gründete der 5. Dalai Lama das Kloster Dawang, das er dem heutigen Kloster Drepung in Lhasa unterordnete. Die lokale tibetische Regierung trieb in der Gegend Dawang Steuern ein, sendete Beamte und übte die Jurisdiktion aus.

Von den politischen Faktoren abgesehen wurde der 6. Dalai Lama Tshangyang Gyatsho, der auch ein berühmter Dichter war, in Dawang geboren. Deswegen haben die Tibeter mit dieser Gegend eine Beziehung, die nicht aufzugeben ist. Wenn Dawang an Indien angliedert würde, wäre Tshangyang Gyatsho ein „Inder“. Dies könnten die Tibeter emotional nicht akzeptieren. Trotz der historischen Realität und des Nationalgefühls hat der Dalai Lama die indische Aggression nicht beklagt, sondern mehrmals in der umstrittenen Region buddhistische Lehren verbreitet. Der Grund ist genau seine Absicht der „Unabhängigkeit Tibets“.

Zweitens will er die höchste Autorität der Zentralregierung auf die Legitimität des Dalai-Lama-Systems stören. Der Dalai Lama gab an, dass der Geburtsort des 6. Dalai Lama Dawang zu Indien gehöre, um das historische System, dass der Dalai Lama in China geboren werden soll, zu verwirren, und um vorher anzudeuten, dass der Dalai Lama künftig auch im Ausland geboren werden dürfte. Dadurch will er die Autorität der Zentralregierung auf das Reinkarnationssystem des Rinpoche herausfordern. In einem Artikel auf der chinesischen Webseite von „New York Times“ vom 7. April heißt es, dass manche Leute schätzen, dass die Dawang-Reise des Dalai Lama auch darauf abzielt, nach seinem Nachfolger zu suchen. Manche Gelehrte meinen, der Dalai Lama wolle dadurch die Chinesen reizen und testen, um sie davor zu warnen, die nächste Reinkarnation zu kontrollieren.

Seit dem 17. Jahrhundert muss die religiöse Legitimität der wiedergeborenen Rinpoche des tibetischen Buddhismus von der Zentralregierung anerkannt werden. Die Reinkarnation untersteht einer Reihe von historischen Systemen und religiösen Ritualen und genießt unter den Gläubigen umfangreichen und hohen Ruf. Um künftig den Titel Dalai Lama weiter führen zu können, scheut der Dalai Lama nicht, die Rituale des tibetischen Buddhismus zu ändern und diese dem Separatismus dienen zu lassen. Der Dalai Lama hat keinen Respekt vor der Reinkarnation.


Bild: Der Standort der tibetischen „Exilregierung“ (Bild von people.cn)

Drittens will er die internationale Gemeinschaft davon ablenken, dass seine Kontrolle über die tibetischen Exilanten schwach wird. Früheren Berichten von China Tibet Online zufolge bekamen das „tibetische Exilparlament“ und das „Kabinett der Exilregierung“ kurz vor der Reise des Dalai Lama in die umstrittene Region ernsten Streit. Die „Mitglieder des Kabinetts“ verließen während der Konferenz den Raum. Der Repräsentant der Radikalen, Lukar Jam, hat öffentlich ein Gedicht geschrieben, um den Dalai Lama zu verspotten. Danach wurde er für einen „Feind der Tibeter“ gehalten. Sein Fahrzeug wurde auch zerstört. 2016 hat sich der innere Kampf um die „Wahl der Exilregierung“ verschlimmert. Verschiedene politische und religiöse Gruppen innerhalb der Dalai-Lama-Clique haben sich auch gespalten. Die Separatisten „alter Generation“ wollen auch den Mantel des „Mittelwegs“ tragen und die internationale Gemeinschaft weiter betrügen. Die „junge Garde“ will die Autorität des Dalai Lama herausfordern und mit terroristischen Aktivitäten auf den „Mittelweg“ verzichten. Mit dem Aufwachsen der „neuen Generation“ erlebt die innere Macht des Dalai Lama unter den tibetischen Exilanten bestimmt eine Schwächung. Wegen der Tatsache, dass die Kräfte für die „Unabhängigkeit Tibets“ immer schwächer werden und zerfallen, versucht der Dalai Lama wahrscheinlich, mit dem Dawang-Besuch die Spaltungskräfte zu „verstärken“.

Aufgrund der oben genannten Analysen scheint es logisch, dass der Dalai Lama angab, dass er nicht benutzt wird. Als der Dalai Lama in den 1950er Jahre gerade den „Spaltungswillen“ hatte und zu Besuch in Indien blieb, wies bereits Zhou Enlai darauf hin: „Es kann keine Unabhängigkeit Tibets geben. Der Dalai Lama kann in Indien bleiben. Aber Tibet kann nicht nach Indien umziehen.“ Heute entwickeln sich Tibet und die tibetischen Regionen in vier chinesischen Provinzen stabil. Die Zentripetalkraft weitet sich immer mehr aus. Kein Versuch der Dalai-Lama-Clique kann gelingen.

(Editor:Soong)

 

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