Thema:
Startseite > Kommentar > Menschen

Tibetische Dorfärztin Angzhuo

Datum: 02.10.2015,13:34:00 Quelle:China Tibet Online

Der Bezirk Ngari des Autonomen Gebiets Tibet ist weltweit eins der am dünnsten besiedelten Gebiete. Nahezu 100.000 Menschen leben auf einer Fläche von über 340.000 Quadratkilometern. Die dortigen landwirtschaftlichen Nomaden haben sehr viele Schwierigkeiten mit Arztbesuchen. Angzhuo ist eine tibetische Ärztin, die hier lebt.

Tibetische Dorfärztin Angzhuo
Tibetische Dorfärztin Angzhuo

Das Zuhause von Angzhuo ist im Dorf Luma der Großgemeinde Shiquanhe im Kreis Gar des Bezirks Ngari. Vor 41 Jahren wurde ihr nach dem Abschluss der Mittelschule eine Stelle als Ärztin zugewiesen. Zu jener Zeitwar das Bildungswesen Chinas, insbesondere die medizinische Ausbildung, sehr chaotisch. Leute wie Angzhuo wurden in den Bezirk Ngari geschickt, wo sie einige Male eine medizinische Schulung erhalten würden. Danach wurden ihnen Stellen als Dorfärzte zugeteilt.

1980 hat die damals 23-jährige Angzhuo einen Mann im Dorf Luma geheiratet und lebte seitdem dort. Da sie sich einige medizinische Kenntnisse angeeignet hatte, wurde sie natürlich zur Dorfärztin. Wenn die Bewohner irgendwelche Beschwerden hatten, kamen sie zu ihr nach Hause. In etwas schwierigeren Fällen ging sie zu den Patienten nach Hause.

Angzhuo sagte, dass ihr beeindruckendstes Erlebnis in ihrer 30-jährigen ärztlichen Karriere wie folgt gewesen sei: Vor über zehn Jahrenhat sichein Kind in einem Unfall Brandverletzungen zugezogen. Sie habe einen Fluss überqueren müssen, um das Kind zu behandeln. Sie habe auch einen Patienten getroffen, der dringend eine Transfusion gebraucht habe. Da habe sie ihren Ärmel hochgekrempelt und mit ihremeigenen Blut eine Transfusion gemacht. Dadurch habe sie den Patienten gerettet.

Tatsächlich ist die medizinische Infrastruktur des Dorfes Luma sehr schlecht. Es gibt nur die üblichen Medikamente wie Penizillin usw. Wenn es im Dorf gravierende Erkrankungen oder ansteckende Krankheiten gibt, muss sie sie beim übergeordneten Gesundheitsamt melden.

Angzhuo hat einige Notizbücher bei sich. Auf Tibetisch hat sie den Namen jedes Dorfbewohners sowie die bbezahlten Medikamente deutlich aufgezeichnet. Nach jeder Ausgabe hat sie unterschrieben.

„Aufgrund der schlechten Infrastruktur habe ich die Diagnosen normalerweise mithilfe meiner Erfahrungaufgestellt. Die Regierung hat auch Ärzte von Beijing ins Dorf geschickt. Sie haben uns medizinische Kenntnisse imBereich Kardiologie vermittelt. Da die Bewohner unseres Dorfes ziemlich verstreut wohnen, gibt es im Dorf vier Ärzte wie mich. Ich bin 57 und ein anderer Arzt ist 70. Die anderen zwei Ärzte sind relativ jung, und zwar 22 und 33.“

Als Dorfärztin bezieht Angzhuo wie all ihre traditionellen Kollegenjeden Monat 1000 Yuan Zulagen (139 Euro) von der Regierung, neben den Behandlungen häufiger Erkrankungen der Dorfbewohner. Natürlich muss sie sich die meiste Zeit dafür nehmen, um den Lebensunterhalt ihrer Familie zu verdienen. Die Familie von Angzhuo hat Ackerland. Außerdem haltensie 120 Schafe und 18 Yaks. Außer dass sie den Haushalt führen muss, beschäftigt sie sich mit ihrer Arbeit in der Tsampa-Manufaktur der Gemeinde. Morgens um 6:00 Uhr steht Angzhuo auf und fängt mit ihrem straff organisierten Tag an.

(Editor:Soong)

Rgya Mtsho: Eine Tibet-Weihrauch-Geschichte Rosenmarmelade verbessert Einkommen von Bauern in Xinjiang Oper über chinesischen Mönch Jianzhen in Xinbei aufgeführt Xigazê, Prüfungsstäte für eine Person Müll sammeln auf dem Mt. Qomolangma
12345
  

Auch interessant