Thema:
Startseite > Kommentar > Menschen

Zum Gedenken an Professor Zhong Yang: Ein unermüdlicher Forscher in Tibet

Datum: 30.03.2018,09:20:24 Quelle:China Tibet Online

Ein plötzlicher Autounfall hat Professor Zhong Yang in den frühen Morgenstunden des 25. September aus dem Leben gerissen. Der bekannte Botaniker verstarb im Alter von nur 53 Jahren. Doch auch wenn er viel zu früh gehen musste, hatte Zhong selbst mir diesen 53 Jahren schon große Leistungen vollbracht.

16 Jahre lang hat er darauf bestanden, Tibet mit seinen akademischen Kenntnissen zu unterstützen. Er fürchtete sich vor keinen Strapazen, um die Flora und Fauna auf dem Dach der Welt zu untersuchen, zu katalogisieren  und nach  Spuren der biologischen Evolution zu suchen. Vom nordtibetischen Hochplateau über den Himalaya bis hin zu den menschenleeren Gebieten Ngaris und den Ufern des stürmischen Brahmaputra hat er überall seine Spuren hinterlassen. Er hat über 40 Millionen Samen von Tausenden Pflanzenarten gesammelt und die Lücke, die bei der der Weltsamenbank bezüglich Samen aus Tibet herrschte, geschlossen.

Zhong hat 17 Jahre lang an der Fudan Universität unterrichtet und dabei 107 Master sowie Post-Doktoranden ausgebildet. Das Fach Botanik umfasst viele Exkursionen im Freien. Um Unfälle oder Risiken zu vermeiden und die Sicherheit seiner Studenten zu garantieren, lief Professor Zhong immer an vorderster Stelle. Immer wenn seine schwere Gicht ausbrach, war eines seiner Beine zeitweise gelähmt. Dann ging er an Krücken, um seine Studenten bei der Probensammlung zu betreuen. Er verstand sich darauf, die Interessen eines jeden Studenten zu entdecken und zu fördern. Zhong war ein sehr humorvoller Wissenschaftler und sehr beliebt bei Jugendlichen. Trotz seines oft sehr engen Tagesplanes nahm er sich immer Zeit, um zusätzliche wissenschaftliche Vorträge zu halten. Außerdem war sein Labor für lernbegierige Studenten immer zugänglich.

Geschichten über ihn gibt es zuhauf. Zhong hat einmal gesagt, dass ein Mensch nach seinem Tode bestenfalls ein paar gute Geschichten hinterlassen könne -- egal, wie viele Arbeiten er veröffentlicht und wie viele Auszeichnungen er erhalten habe. Überdies sagte er, dass man im Leben etwas Sinnvolles und Wertvolles tun sollte. Einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten, ist am bedeutungsvollsten.

Man kann sich nur schwer ausmalen, wie anstrengend es sein muss, auf dem Dach der Welt Samen zu sammeln. Bei jeder Pflanzenart muss die Anzahl der Samen-Exemplare 5000 Stücke erreichen, bei gefährdeten Arten muss sie sich immerhin auf 500 belaufen. Um die Eigenständigkeit der genetischen Informationen der Pflanzen zu garantieren, darf der Abstand zwischen jeweils zwei Exemplaren 50 Kilometer nicht unterschreiten. Daher musste er auf dem geräumigen Hochplateau an einem Tag eine Strecke von bis zu 800 Kilometern zurücklegen. Morgens ging es zwischen 5:00 und 6:00 Uhr los. Erst abends zwischen 20:00 und 21:00 Uhr kehrten Zhong und seine Studenten zum Biwak zurück. Danach mussten sie noch mehrere Stunden damit zubringen, die gesammelten Proben zu sortierten. Mickrige drei Stunden Schlaf pro Exkursionstag waren  die Regel, nicht die Ausnahme.

In den letzten Jahren war Professor Zhong in den abgelegensten, anstrengendsten und ödesten Regionen Tibets unterwegs gewesen. Entlang der mäandernden Bergpfade Tibets war er häufig mit gefährlichen Klippen und herabstürzenden Steinen konfrontiert, die sein Auto trafen. Manchmal verlief er sich in der Ödnis des tibetischen Hinterlands und verzweifelte bald, wenn ihm die Nahrungsmittel und das Wasser ausgingen. Wenn es keine Pension gab, deckte er sich mit seinem Mantel zu . Wenn er von Regen und Hagel überrascht wurde, versteckte er sich in Höhlen. Manchmal musste er in Zelten aus Yakfell hausen. Wegen des Sauerstoffmangels konnte er seine Kerosinlampe oft nicht anzünden. Auch wenn er Alkohol hinzugefügte, brannte sie nur für einige Minuten. Im Winter konnte er sich daher oft nicht gegen die Kälte schützen, auch wenn er sich mit drei Decken umhüllte.

Zhong war nicht nur ein hervorragender Wissenschaftler, sondern auch ein erstklassiger Dozent. Er steckte viel Energie in seinen Unterricht. Das ist auch der Grund, warum er es geschafft hat, auf dem Hochplateau Qinghai-Tibet ein ausgezeichnetes Wissenschaftlerteam auszubilden. Das Fach Botanik führt an der Tibet University ein Nischendasein. Es ist schwierig, Finanzmittel für Forschungsprojekte zu erhalten. Zhong Yang hat sich zeit seines Lebens persönlich und unermüdlich für das Forschungsteam der Hochschule  eingesetzt, um dessen Forschungsarbeiten zu fördern.

Professor Zhong selbst beschrieb die Bedeutung seines Forscherlebens einmal so:„Jedes Leben wird irgendwann einmal enden, aber ich habe keine Angst, denn meine Studenten werden den Weg der wissenschaftlichen Forschung fortsetzen. Die Samen, die wir heute sammeln, werden vielleicht erst in Hunderten von Jahren erst keimen. Die Träume wie vieler Menschen dann in Erfüllung gehen werden, vermag ich mir kaum vorzustellen.“ 

(Editor:Soong)

 

 

 

Menschen

Mehr>>
Tibet: “Sonderlehrer” in Sonderschule Kindergarten am Himmel Die Wächter des Manasarovar-Sees Chinesisches und amerikanisches Go treffen sich in Lhasa Lamao Drolma: “Haushälterin” des OP-Saales
12345
  

Auch interessant