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Zum Gedenken an Prof. Zhong Yang

Datum: 16.04.2018,10:54:31 Quelle: CRI

„Hallo, Ich bin Zhong Yang, Botaniker von der Fudan Universität und der Universität Tibet. Ich freue mich heute sehr, Ihnen die Geschichte über Samen zu erzählen. Als Botaniker sage ich oft, ein Gen kann einen Staat retten, während ein Samenkorn den Menschen Wohlstand bringt."

Diese Sätze sagte Professor Zhong im Juli 2017, während er den Vortrag „Die Arche der Samen" hielt. Dabei nannte er dem Publikum die Gründe für sein Sammeln von Samen.

Auf dem Qinghai-Tibet-Plateau befindet sich Chinas größter natürlicher „Genpool" mit mehr als 1000 besonderen Pflanzenarten. Wegen schlechter Umweltbedingungen und auch den sonstigen Gefahren für diese riesige Pflanzenvielfalt haben dort Wissenschaftler vieler Fachgebiete geforscht. Es war im Jahr 2001, als Zhong Yang beantragte, auf diesem „Dach der Welt" zu arbeiten. Es stellte sich als schwieriger heraus, als er gedacht hatte, die Samen auf dem Plateau in einer Höhe von durchschnittlich 4000 Metern zu sammeln.

In den 16 Jahren seines Tibet-Aufenthaltes reisten Zhong Yang und seine Gruppe mehr als 500.000 Kilometer – vom nördlichen Hochland bis zum südlichen Tal, vom Niemandsland in Ngari bis zum Fluss Brahmaputra. Dabei sammelten sie mehr als 40 Millionen Samen von tausend Pflanzen, was etwa einem Fünftel der gesamten Pflanzenarten Tibets entspricht und die Lücke in den Samen-Beständen der Welt schloss.

Professor Lhachung aus der Abteilung der Biowissenschaft des Naturwissenschaft-Institutes von der Universität Tibet ist ehemaliger Student von Professor Zhong. Er sagte, im Jahr 2013 hätte Zhong mit ihm zusammen die Pflanzen auf der höchsten Lage der Welt gesucht. Dabei hätte Zhong Yang keine leichte Zeit auf dem Hochland gehabt und es habe sogar manchmal Lebensgefahr bestanden.

„Ich bin jung und einheimisch, auch tibetisch. Ich meinte zu ihm, er solle liebe zuhause bleiben und wir könnten das auch alleine tun. Aber Professor Zhong sagte mir, er könne die Arbeit vor Ort weiter machen."

Trotz verschiedener Schwierigkeiten gelang es der Gruppe um Zhong, auf dem Mount Everest in einer Höhe von 6000 Metern die Samenpflanze Saussurea zu sammeln, die dort auf der für ihre Art höchsten Stelle gewachsen war. Diese Höhe war auch der höchste Punkt, auf der die chinesischen Botaniker bislang Proben entnommen hatten.

Auf dem Weg der wissenschaftlichen Forschung fand Zhong Yang, dass Tibet mehr noch als Biologen Lehrer brauche. Die Feld-Forschung sollte durch tibetische Studenten weiter vorangetrieben werden. So entschied sich Zhong ab 2010 weiter in Tibet zu bleiben, indem er an dem 6., 7. und dem 8. Projekt, den „Tibetan Aid Projects", teilnahm. Zhong wollte ein neues Modell zur Unterstützung Tibets durch Hilfe bei der Ausbildung etablieren. Dazu erklärte Tenzin Norbu, Direktor der Graduiertenfakultät der Universität Tibet:

„Als er zuerst nach Tibet kam, fanden wir, dass er nicht anders war als andere Professoren, die für die Unterstützung Tibets zur Arbeit an die Universität Tibet gefahren waren. Diese sind meistens gleich nach Ende ihrer Forschungen zurückgekehrt. Die Umwelt in Tibet ist eben schlecht. Niemand kann das ertragen. Wir hätten deshalb nicht gedacht, dass Professor Zhong hier weiter blieb – für 16 Jahre!"

In dieser Zeit stellte Zhong Yang an der Universität Tibet viele Rekorde auf, vor allem hat er die Arbeit des ersten tibetischen Botanik-Doktoranden betreut. Er hat sowohl die Lücke der hochrangigen Ausbildung in Tibet geschlossen als auch die Vielfalt der biologischen Forschung der Universität Tibet zu internationalem Ansehen verholfen.

Sogar in seiner Freizeit setzte er sich für die Popularisierung der Wissenschaft ein. Zhong wollte beim Aufbau des staatlichen Shanghai-Naturmuseums eine Basis schaffen, um der ganzen Bevölkerung den Zugang zu wissenschaftlichen Themen zu ermöglichen und zu erleichtern. Dafür war es notwendig, eine Arbeitsgruppe zu gründen, deren Mitglieder alle Texte und Bildererläuterungen des Naturmuseums verständlich schreiben konnten. Dabei ging es um verschiedene Fachrichtungen, vor allem Astronomie, Geologie und Biologie sowie Geisteswissenschaften. Bao Qijiong, die für dieses Projekt Zuständige hatte Zhong Yang um dessen Mitarbeit gebeten und dieser nahm ohne Weiteres diese schwere Aufgabe an.

„Professor Zhong pendelte oft mit dem Flieger zwischen den Städten Shanghai und Tibet. Jedes Mal wenn wir hörten, dass er in Shanghai ankam, haben wir uns gleich mit ihm verabredet. Er war immer beschäftigt. Aber im Laufe des Projekts schaffte er es trotzdem, mit uns über Details der Texte zu diskutieren, sogar über Satzzeichen."

(Editor: Daniel Yang)

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