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Die Geschichte von Wang Mianzhi, dem "alten Tibet-Hasen"

Datum: 14.05.2018,10:40:00 Quelle: China Tibet Online

Foto: Altes Foto der Kunsttruppe der Befreiungsarmee in Tibet: Das Erlernen von Volkstänzen der tibetischen Landsmänner

Wang Mianzhi, Forscher des Chinesischen Tibetologieforschungszentrums, zog in den 1960ern nach Tibet und seine Arbeit und sein Leben waren daraufhin immer eng mit Tibet verbunden - Er ist ein "alter Tibet-Hase". Seit er 1962 als Soldat bei der Kunsttruppe in Tibet anfing, wurden seine Gefühle für diesen Flecken Erde geweckt. Vor kurzem wurde er von China Tibet Online interviewt und erinnerte sich an die alten Geschichten zurück.

Stepptanz-Vorführung

"Ich habe Theater gespielt. Aber Theater auf Chinesisch konnten unsere tibetischen Freunde sicher nicht verstehen. Also haben wir auf Biegen und Brechen Tibetisch gelernt und uns oft mit den Leuten vor Ort ausgetauscht. Aber um ehrlich zu sein hatten wir ja keine Grundlagen oder systematischen Lehransatz, sondern haben sie nur versucht, nachzuahmen und das hatte weder Fuß noch Bein. Einmal waren wir für eine Sympathievorführung tief in den Truppen drinn, weil wir für die Gesundheitstruppe im Krankenhaus vorführten. Wir brauchten eine Kameradin aus der Kunsttruppe, um Eier und Hühner zu kaufen und die Verletzten und Kranken zu besuchen. Aber diese Kameradin hatte nicht ordentlich Tibetisch gelernt und als sie im Dorf ankam, erinnerte sie sich nur noch, wie man Eier sagt, aber nicht, wie man Huhn sagt. Nach langer Überlegung sagte sie "die Mutter vom Ei". Da waren die tibetischen Freunde aus dem Dorf ganz verwirrt und verstanden nur Bahnhof. In ihrer Verzweiflung nutzte unsere Kameradin ihr Schauspieltalent, kniete sich auf den Boden und legte die Eier unter ihren Po. Da verstand der Tibeter endlich und fing für sie ein Huhn. Solche Gegebenheiten mit den normalen Leuten im täglichen Leben gab es ganz viele und so entstanden viele Witze. Gerade bei solchem gewöhnlichen Austausch über Kleinigkeiten kann man Gefühle zu den Leuten entwickeln und diese Gefühle werden immer stärker."

Zusammen mit tibetischen Landsmännern

"Ein anderes Mal sind wir neuen Rekruten für einen Hausbesuch zu Lao Xiang gegangen, worüber er ganz entzückt war. Er hatte gerade Yakdung auf die Außenmauer als Brennstoff gestrichen und als er uns sah hob er die Schürze hoch, wischte sich die Hände ab und winkte uns ins Haus. Er holte einen Stapel Schüsseln, um uns Tee einzugießen und weil er Angst hatte, dass die Schüsseln nicht sauber waren, wischte er sie mit dem Schürzenzipfel und schenkte dann Tee ein. Als wir sahen, dass er die Kuhdung-Schürze für die Schüsseln benutzte, waren wir aber schockiert! Wie sollten wir nun diesen Tee trinken? Aber wir wussten, dass das kein Hygieneproblem ist, sondern das ist das Herz der Tibeter für unsere Befreiungsarmee! Also haben wir den Tee mutig leergetrunken und uns dann schlapp gelacht. Mit diesem Milchtee wurde unsere Beziehung zu den Tibetern schrittweise enger. Diese alten Tibeter sind für uns wie unsere Eltern und sie sind zu uns wie zu ihren eigenen Kindern. Bis heute habe ich mit den tibetischen Massen, egal ob alt oder jung, egal ob fern in Tibet oder ob tibetische Kollegen, tiefe, unzerbrechliche Beziehungen. Es ist wirklich wie eine große Familie."

 

Autor: Wang Qian

Quelle: China Tibet Online

Übersetzt von China Tibet Online

Redakteur: Li Hongqing 

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