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Yu Jianhua: Schwarze Stumpfnasen gehören zu meiner Familie

Datum: 27.06.2018,09:41:26 Quelle:China Tibet Online






Um 5:30 Uhr in der Frühe war alles im staatlichen Naturschutzgebiet des Baimang-Schneegebirges still. Der 65-jährige Förster Yu Jianhuan hat schon Nahrungsmittel vorbereitet und läuft zu Fuß zur Beobachtungsstelle.

An der Beobachtungsstelle muss er zuerst feststellen, ob die Affen noch an der Übernachtungsstelle vom Vortag sind. Wenn sie nicht mehr da sind, muss man sie zuerst finden. Yu Jianhua war schlank, aber er war robust. Außerdem war sein Schritt fest und ruhig. So beschrieb er seine Arbeit: Außer dem Folgen der Affengruppe und dem Füttern muss er noch ihren Lebensraum beobachten und feststellen, ob ihre Nahrungsmittel ausreichen und ob Affen krank sind. Bei gefährlichen Gegenständen müssen sie entfernt werden. Bis 20:00 Uhr abends geht er nach Hause zum Abendessen, nachdem die Affen eine Übernachtungsstelle gefunden haben.

Seit 18 ist Yu Jianhua als Jäger tätig, bis 45. „Von großen Tieren wie Wildschweinen und Bären bis hin zu kleinen Tieren wie wilden Enten und wilden Hühnern waren sie allesamt meine Beute, aber ich habe noch nie Affen gejagt.“ Das sagte er mit Entschlossenheit.

1997 hat Yu Jianhua einen neuen Status bekommen, und zwar Förster. Sein tägliches Einkommen von 15 bis 20 Yuan (von rund 1,97 bis 2,63 Euro) ist auf einen täglichen Försterzuschuss in Höhe von 6 Yuan (rund 79 Cent) gesunken. Seine Familie streitet sich deswegen fast jeden Tag mit ihm darüber. Seine ehemaligen Jägerfreunde fühlen sich „verraten“, aber Yu Jianhua bleibt dezidiert: „Ich mag Affen.“

“Ich glaube, dass Menschen sich nicht nur auf den momentanen Verlust konzentrieren sollen, sondern auch langfristig denken müssen. Wenn eines Tages alle Bäume im Gebirge gefällt werden und kein Affe mehr da ist, dann ist es der größte Verlust“, sagte Yu Jianhua nachdenklich.

Bis heute gibt es mehr als 20 Förster wie Yu Jianhua. Interessant ist, dass sie im Großen und Ganzen den Familiennamen Yu haben, von den „alten Yus“ bis hin zu den „jungen Yus“. Generationen von Förstern schützen die schönsten Feen des Schneegebirges.

Anfangs kehrten die Affen um, wenn sie Yu Jianhua sahen. Dann beobachteten sie ihn aus der Ferne. Yu Jianhua kann sich nicht mehr daran erinnern, wann er genau den Affen Nahrungsmittel angeboten haben. Aber seine damaligen Gefühle hat er sich eingeprägt. „Endlich essen sie. Ich bin dankbar!“ Dieses Dankeschön richtet sich eher daran, dass sich seine langwierigen Bemühungen gegenüber den Affen endlich bezahlt gemacht haben, als daran, dass die Affen ihn endlich akzeptiert haben.

Als Yu Jianhua und andere Förster zu den Affen riefen, kamen Antworten von den Affen aus den fernen, finsteren Wäldern. Diese Szene war rührend.

“Nun gehören die Affen zu meiner Familie. Manchmal, wenn ich einige Tage nicht auf den Berg gegangen bin, fühle ich mich innerlich unwohl.“ Yu Jianhua schaute sich die Affen, die aus den Wäldern herbeihuschten, mit Augen voller Zärtlichkeit an. „Die Affen haben ihre eigene Ordnung. Wir müssen ihre Lebensprinzipien respektieren, die in der Natur entstanden sind.“ Yu Jianhua meint, dass alle Förster ein Grundprinzip einhalten würden, die Affen nicht zu viel zu stören.

Quelle: www.yunnan.cn

(Editor: Daniel Yang)

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