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Grabschützer Jampa Chusum

Datum: 29.06.2018,09:29:43 Quelle:China Tibet Online

Die Gräber der tibetischen Könige stammen aus der Zeit der tibetischen Monarchie. Dort wurden mehrere tibetische Könige beigesetzt. Wenn man vom Himmel aus hinunterschaut, dann sieht man 20 Gräber unterschiedlicher Größe im Friedhof. Diese Gräber zeigen nicht nur das Beerdigungssystem und das Niveau der Gräber Tibets vor über 1000 Jahren, sondern sind auch sehr wichtig für die Erforschung der Blüte sowie des Verfalls der tibetischen Monarchie. 1961 wurden sie in die Liste der Schwerpunktdenkmäler Chinas aufgenommen.

Laut einer Sage des tibetischen Volkes hatten die Gräber der tibetischen Könige ein System lebendiger Grabschützer, was einzigartig für das Gebiet der Tibeter ist. Es wurde 300 Jahre lang fortgeführt. Das System des Grabschützers ist eine Fortsetzung des Systems menschlichen Opfergaben des Bön. Das Töten von Menschen wurde in eine lebenslange Stationierung verwandelt. Zu Grabschützern wurden normalerweise die Konkubinen, die die Könige liebten, oder nahestehende Diener. Wer als Grabschützer ausgewählt wurde, brachte seiner Familie Ehre und diese wurde über Generationen hinweg von der Dynastie versorgt. Jedoch durfte der Grabschützer keinen Kontakt zur Außenwelt mehr haben. Nach dem Zusammenbruch der tibetischen Monarchie wurde der Bön durch den Buddhismus ersetzt. Dadurch haben Bräuche wie die Himmelsbeerdigung, die Turmbeerdigung etc. die Gräber substituiert. Deswegen gibt es bei den Tibetern keine Gräber mehr. 

Jampa Chusum ist ein Grabschützer und wird dieses Jahr 76. Jeden Morgen muss er den Friedhof einmal umrunden und sehen, ob es Risse oder Erdrutsche gibt. In Tibet gibt es eine Sage: Beim Weltuntergang bricht die Erde zum Verschluss des Grabes von Songtsen Gampo zusammen. Dann öffnet sich das Tor seines Grabes und die Schätze der Welt treten in Erscheinung.

Die Verantwortlichkeiten von Jampa Chusum umfassen noch das Kredenzen des reinen Wassers und das Anzünden der Butterlampen vor den Statuen wie der von Songtsen Gampo, der Prinzessin Wencheng usw. Neben der täglichen Patrouille und dem Bewachen des Tempels ist das Einkaufen von Lebensmitteln seine einzige Möglichkeit auszugehen. 

„Eintrittskarten müssen Sie kaufen. Eine Karte kostet 30 Yuan (rund 3,91 Euro).“ Jampa Chusum sprach gutes Hochchinesisch. Da er Touristen sah, begann er gleich, sie zu empfangen. Als er gefragt wurde, welcher König am meisten von den Touristen verehrt wird, war er äußerst vorsichtig. Vor den über 40 Königen hat er Respekt. „Die Errungenschaften des ersten Königs zeichneten sich vielleicht erst beim zweiten oder dritten König ab. Das ist ein Akkumulationsprozess.“ 

Die Haupthalle des Tempels Songtsen Lhakhang ist nicht groß. An der vorderen Reihe der äußeren Halle werden die Statuen von Songtsen Gampo, der Prinzessin Wencheng, der Prinzessin Trizun aus Nepal und den Ministern, die einen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung der tibetischen Monarchie geleistet haben, verehrt. Der Tempel gehört zur Nyingma-Schule. Daher werden in der Haupthalle noch Padmasambhava, Vajrapani, Hayagrive etc. verehrt. An der Wand des Klosters sieht man die acht Verwandlungen von Padmasambhava, dem Gründer der Nyingma-Schule. Es sind gänzlich moderne Werke. Nördlich der Haupthalle ist noch eine kompakte Halle für Patrone. Dort werden die Göttin Pelden Lhamo und die einheimischen Berggötter verehrt. Ihre makabren Gesichter sind mit bunter Seide verdeckt. Die Mönche verehren die Götter mit Schnaps, dem Trommeln und der Sutren-Rezitation. 

Die Kinder im Dorf werden schon von klein auf von ihren Eltern auf den Songtsen Lhakhang gebracht. Da drücken sie ihre Ohren dicht gegen den Boden, auf dem ein Loch ist. Es heißt, das Loch führe bis ins Grab von Songtsen Gampo. Immer wieder hört man die Laute von Kranichen. Die dortigen Einwohner halten das für ein Wunder, aber aus Sicht der Archäologie ist das die Öffnung der Lüftung des Grabes. Außerdem ist das aus Sicht der Planer des Grabes der Gang, durch den die Seele hinein- und hinausgeht. 

Auf dem Grab ist ein kleiner Berg von Kiesel und Erde. Wann er genau entstanden ist, ist unklar. Anscheinend ist das ein zufällig entstandener Haufen, aber Jampa Chusum sagte, dass der Haufen heilig sei. Bei Regen, wenn das Dach des Potala-Palasts leck ist, entsendet der Palast Sonderboten. Fünf bis sechs Mönche gehen extra unter Anweisungen zum Grab von Songtsen Gampo, um den Haufen in Ordnung zu bringen und dicht zu machen. Das tun sie eigentlich nur, damit das Grab nicht nass wird. Aber der Legende nach ist das Leck des Poatala-Palasts dicht, sobald der Haufen auf dem Grab von Songtsen Gampo in Ordnung gebracht wird.

Gibt es im Grab von Songtsen Gampo Menschen als Opfergabe? In tibetischen Aufzeichnungen gibt es keine deutlichen Angaben, aber die Aufzeichnungen über den Bön in chinesischen Büchern der Tang-Dynastie glauben jedoch, dass alle Minister der tibetischen Könige Selbstmord begangen hätten, um sich zu opfern. Überdies hätten die Pferd-Opfergaben Ähnlichkeiten mit denen der Ethnien wie der Turkvölker.

Außerdem stellt sich noch eine ganz wichtige Frage: Gibt es in den Gräbern der tibetischen Monarchie viele Schätze? Laut historischen Aufzeichnungen gibt es im Grab von Songtsen Gampo die Sandelholzsäule aus Nepal, die goldene Rüstung aus Indien, Korallen, Perlen usw., die die Kaiser der Tang-Dynastie geschenkt haben. Aus Sicht der einheimischen Bevölkerung kann man von den Schätzen des Grabes gesegnet werden, wenn man beim Viehherumtreiben daran vorbeigeht, und Glück haben. Deswegen wollen viele Nomaden extra eine Runde machen, um das Grab zu besichtigen. Es heißt, so könne man sich den Schätzen darin nähern, was gut für den Körper sei.

Da China immer auf dem Prinzip des Schutzes der Denkmäler besteht, werden selten Gräber freigelegt, es sei denn, ein Grab ist dringend zu retten. Daher wird der Staat, auch wenn die Gräber der tibetischen Könige noch nicht beraubt worden sind und reichlich Schätze darin liegen, sie nicht ausgraben. Dazu sagt der Grabschützer Jampa Chusum: „Das sind Sachen, die uns unsere Vorfahren hinterlassen haben. Wenn sie eines Tages ausgegraben werden, bin ich sicher traurig. Vielleicht gibt es darin wirklich Schätze wie die Terrakottaarmee. Wenn sie nach der Ausgrabung gut geschützt werden, dann ist es gut. Wenn nicht, dann sind die Gräber verloren.“ Als er nochmals gefragt wurde, ob er beim Schutz der Gräber so allein einsam sei, hat der Senior nicht geantwortet. Er sagte nur: „Ich werde durchhalten.“ 

(Redakteur:Soong)

 

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