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WeChat hat ein Dorf verändert

Datum: 04.07.2018,08:54:19 Quelle:China Tibet Online

Im Mai ist gerade die Zeit zur Umpflanzung von Amygdalus persica (L.) Batsch (eine Pfirsichart). Beim Sonnenaufgang gehen die Bauern arbeiten und beim Sonnenuntergang kommen sie nach Hause. Das ist eine wahre Beschreibung des Lebens des Dorfes Nizhong in dieser Zeit. An der Dorfstraße sind die Dorfbewohner gerade dabei, unter der Leitung des Dorfvorstehers Nyima neue Pfirsichsetzlinge zu pflanzen. Für die Bewohner des Dorfes Nizhong der Gemeinde Xulong im Kreis Dêrong des Autonomen Bezirks Garzê in der Provinz Sichuan sind diese schwachen Setzlinge nicht nur ein wichtiger Weg zu Wohlstand, sondern sie können den Nachkommen auch ein Stück Grün hinterlassen. All das hat in einer WeChat-Gruppe angefangen. 


Das Bild zeigt das Dorf, in dem die Pfirsichblüten aufgeblüht sind

“Wenn ich nicht an der Schulung teilgenommen hätte, hätte ich wahrscheinlich nie erfahren, dass man den ländlichen Tourismus auch so gestalten könnte“, sagte Nyima, der sich gerade an der Straße duckte und die Erde über den Gruben der Setzlinge fest machte, während er sich an die Schulung erinnerte.

Die Geschichte beginnt mit einer Schulung im Jahr 2016. Der Dorfvorsteher Nyima wurde angewiesen, an einer Schulung des Tourismus auf dem Land und in Kreisen in Shangri-La der Provinz Yunnan teilzunehmen. Damals war er verwundert, als er zum ersten Mal das Gebirge verließ und in Yunnan war, wo Blüten gediehen und viele Touristen waren. Etwas gedankenverloren folgte er den Schulungslehrern in alle Vorbilddörfer des ländlichen Tourismus in Shangri-La. Die tagelange Schulung ist vergleichbar damit, dass ein Akku mit einer kleinen Kapazität mit Hochspannungsstrom aufgeladen worden wäre.

Die Schulung hat ihm nicht nur beigebracht, was der ländliche Tourismus ist, sondern seine Schulungskollegen haben ihn mit einer Sache namens „WeChat-Gruppe“ vertraut gemacht. Seitdem spielen die Analphabeten im Dorf mit den Audionachrichten von WeChat. Daher hat er Eigeninitiative ergriffen, eine WeChat-Gruppe einzurichten. Nach der Schule hat er ein neues Verständnis für den ländlichen Tourismus bekommen. Nach der Rückkehr ins Dorf hat er anfangen, darüber nachzudenken, wie der ländliche Tourismus im Dorf zu entwickeln ist.

Als hier Geborener hat er eine enge Bindung zum Boden. Daher hat er die Big-Data-Theorie, die er in der Schulung gelernt hatte, angewandt, um den Boden, die Wasserquelle, das Klima, die Verkehrsanbindungen und den Standort des Dorfes auszuwerten. Während der Schulung hat er die Anforderungen der Zentralregierung an den Umweltschutz beim ländlichen Tourismus kennen gelernt. „Zwar habe ich es nicht ganz verstanden, aber anscheinend kann man Geld verdienen, wenn man Bäume pflanzt.“ Als davon die Rede war, hat sich der Vorsteher Nyima etwas verlegen am Kopf gekratzt. Schließlich hat er beschlossen, Bäume anzupflanzen. 


Das Bild zeigt, wie Nyima in der WeChat-Gruppe die Dorfbewohner motiviert

“Beim ersten Mal habe ich die Bewohner angeleitet, im Dorf Walnussbäume anzupflanzen. Die Überlebensrate war jedoch nicht hoch. Später habe ich gesehen, dass Händler in Nachbardörfer gekommen sind, die Pfirsichkerne angekauft haben. Dann bin ich auf die Idee gekommen, dass wir Pfirsichbäume anpflanzen können. Die Blüten sind schön und damit kann man auch Geld verdienen.“ Am Ende des Jahres 2017 hat der 19. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) stattgefunden. In unser Dorfer sind Agitatoren gekommen. „Sie sagten immer wieder, dass die Zentralregierung das Land und den ländlichen Tourismus beleben wird. Der Bezirk entwickelt auch den Tourismus. Im Kreis gibt es auch manche, die sich mit dem Tourismus beschäftigen. Daher habe ich auch angefangen.“
Letztes Jahr haben die Bewohner des Dorfes Nyima mit der Pflanzung der Pfirsichbäume begonnen. Zuerst haben sie auf dem Sondergelände im Dorf Setzlinge angepflanzt. Danach haben sie die Setzlinge ins Ackerland umgepflanzt. Letztes Jahr haben sie versuchsweise über 400 Pfirsichbäume gepflanzt. Die Überlebensrate war über 98 %. Anfangs haben die Dorfbewohner die Sache nicht ganz verstanden und unterstützt. Daraufhin hat Nyima bei den Mitarbeitern des Dorfkomitees für Haushalt Überzeugungsarbeit geleistet. Der KPCh-Zentralkomiteesekretär Xi Jining hat im Rahmen der Strategie die ländliche Belebung unter dem  Motto „Grüne Berge und saubere Gewässer sind Schätze“ erwähnt und das Prinzip „Gedeihende Wirtschaft, gute Wohnbedingungen, gepflegte Bewohner, effektive Verwaltung, wohlhabendes Leben“ vorgestellt. Dann hat er darüber gesprochen, dass eine gute Umwelt den späteren Generationen Wohlstand bringt.“
“Ich habe ihnen gesagt, dass die Begrünung der Umwelt und die Verschönerung der Heimat den Nachkommen die meisten Vorteile bringen können. Gleichzeitig können die Früchte von Amygdalus persica (L.) Batsch gegessen und als Futter verwendet werden. Überdies haben die Pfirsichkerne noch einen ökonomischen Wert. Jedes Jahr haben sie feste Vertriebskanäle. Man muss sich gar keine Sorgen darum machen, dass sie nicht abgesetzt werden können. Letztes Jahr haben wir die Kerne zu 85 Yuan (rund 11 Euro) pro Kilo verkauft. Manche Haushalte haben gar ein Einkommen von 5000 Yuan (rund 647 Euro) erwirtschaftet und die Bauern haben mindestens über 2000 Yuan (etwa 259 Euro) verdient. Ich habe den Dorfbewohnern gesagt, dass unser Endziel ist, die Marke Dorf der Pfirsichblüten aufzubauen, um Touristen anzulocken und den ländlichen Tourismus zu entwickelt. Das ist der dauerhafte Weg zu Wohlstand.“
 

Die Bäume von Amygdalus persica (L.) Batsch, die die Bauern erfolgreich gepflanzt haben
Der Dorfbewohner Tsimu sagte anhand der Erinnerungen: „Anfangs hatte ich kein Verständnis für den Plan des Dorfkomitees. Erstens hatte das Dorf kein Geld für das Projekt und zweitens wollten sie, dass wir körperliche Arbeit aufwenden. Wenn wir auswärtig gejobbt hätten, hätten wir innerhalb von zehn Tagen 2000 bis 3000 Yuan (etwa 259 bis 399 Euro) verdienen können. Keiner wollte mitmachen, aber später haben Leute wie Nyima jeden Tag in der WeChat-Gruppe fleißig für ihre Arbeit geworben. Die Leute haben langsam verstanden, dass sie es nur gut mit der Bevölkerung meinen. Egal, ob sie es schaffen können, das Dorf zu verschönern, werden wir hier leben. Mir ist es egal. Nun wird die Politik der Partei immer besser. Wir machen uns keine Sorgen mehr um Speis‘ und Trank. Wenn wir nicht nur gut leben, sondern auch Geld verdienen können, dann ist es viel besser, wenn wir den Nachkommen auch noch einen grünen Schatz hinterlassen können.“ 
(Redakteur:Soong)
 

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