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Liangjiahe 5: "Mein Herz ist hier geblieben"

Datum: 06.07.2018,15:04:32 Quelle: CRI

Vor der Wohnhöhle steht Wu Hui. Der 14-jährige Mittelschüler im Dorf Liangjiahe ist schäbig gekleidet und schmächtig. Er ist nur ein Jahr jünger als Xi Jinping.

Die extreme winterliche Kälte hat aus der Wohnhöhle eine Eishöhle gemacht. Deshalb fragen die Stadtjugendlichen Wu Hui, ob er das Ofenbett "Kang" beheizen kann. Die Antwort: "Aber natürlich!"

So wird Wu Hui ein Stammgast in den Wohnhöhlen der Stadtjugendlichen. Sie stellen Fragen an Wu, wenn sie den Dialekt von Yanchuan nicht verstehen können. Die Rolle als „Dolmetscher" macht Wu Hui selbstbewusster. Er hört gerne zu, wenn die Stadtjugendlichen miteinander plaudern. Noch attraktiver für ihn sind die Bücher, die an Ofenbett, Fenster und Kissen gestellt sind.

Das erste Buch, das Wu Hui gelesen hat, ist das Buch „Zehntausend Warums", das von Xi Jinping mitgebracht wird. Das Buch hat ihm ein Fenster zum Erkennen der Welt geöffnet.

Nachdem er das Buch fertig gelesen hat, leiht sich Wu Hui weitere Bücher von Xi Jinping aus.

Unter dem Einfluss von Xi Jinping fängt Wu Hui an, im Meer des Wissens zu fischen und kommt allmählich zu dem Entschluss, an die Universität zu gehen.

Im Jahr 1973 melden sich Wu Hui und Xi Jinping zur Teilnahme an der Hochschulaufnahmeprüfung an. Schließlich wird Wu Hui von der pädagogischen Schule Yan'an aufgenommen. Vor der Abreise hat er Lebensmittelmarken für 15 Kilogramm Getreide von Xi Jinping geschenkt bekommen. Xi Jinping hält auch einen Mantel mit blauem Pelzkragen, den ihm Wang Yansheng vor seiner Abreise hinterlassen hat, vor Wu hoch und sagt: "Nimm doch diesen Mantel mit. Er dient sowohl als Kleidung als auch als Bettdecke."

Xi Jinping, der sich im gleichen Jahr zusammen mit Wu Hui zur Teilnahme an der Hochschulaufnahmeprüfung angemeldet hat, wird jedoch von der Tsinghua-Universität abgelehnt. Der Grund soll wohl in seiner Familie liegen.

Zwei Jahre später, im Jahr 1975 vergibt die Tsingha-Universität zwei Studienplätze an die Stadt Yan'an, die dann alle dem Kreis Yanchuan zugeteilt werden. Dies bietet Xi Jinping eine Chance, sich erneut zur Teilnahme an der Zulassungsprüfung anzumelden. Dank einer Bescheinigung, die von der Fabrik für feuerbeständige Materialien in Luoyang – dem Arbeitsort für den degradierten Vater Xi Zhongxun – ausgestellt wird, kann die scheinbar feste Schranke der "politischen Überprüfung durchbrochen werden. Ohne weiteren Streit wird Xi Jinping von der Tsinghua-Universität aufgenommen.

Der Semesterbeginn nähert sich. Doch Xi Jinping beschäftigt sich immer noch mit den Angelegenheiten der Produktionsbrigade. Er muss überlegen, wer sein Nachfolger als Sekretär der Parteizelle der Produktionsbrigade werden soll.

Sui Wa ist der Spitzname von Shi Chunyang. Er ist ein wahrhafter Realist. Nachdem Xi Jinping zum Sekretär der Parteizelle der Produktionsbrigade gewählt wird, empfiehlt er sofort Shi Chunyang als Leiter der Produktionsbrigade und Mitglied der Parteizelle. Shi Chunyang ist offenbar ein geeigneter Kandidat für Xi Jinping. Nach ein paar Tagen beruft Xi Jinping eine Sitzung der Parteimitglieder ein. Kurz vor dem Schluss der Sitzung sagt er: "Ich gehe bald weg. Wir müssen den nächsten Sekretär der Parteizelle wählen. Ich empfehle Sui Wa." Auf dem Wahlzettel schreiben alle den Namen Sui Wa. Dazu sagt Shi Chunyang: „Das Wahlergebnis ist nicht darauf zurückzuführen, dass ich gut bin. Vielmehr liegt der Grund darin, dass die Dorfbewohner Xi Jinping vertrauen. Er hat mich empfohlen, daraufhin haben mich alle gewählt."

Shi Chunyang kann ein Erlebnis nie vergessen: Kurz nachdem Xi Jinping zum Sekretär der Parteizelle des Produktionsteams gewählt wurde, wird dem Team eine Menge Getreide geliefert. Die Frage ist nun: Wie sollen die Hilfslieferungen verteilt werden? Darüber streiten die Teammitglieder. Xi Jinping ist sich der harten Lebensbedingungen der Dörfler sehr bewusst und er sagt: „Wir sollen jetzt in allen Familien vorbeischauen, dann ist klar, wer mehr und wer weniger bekommen soll."

Der Besuch unter der Leitung von Xi Jinping dauert von 22 Uhr bis fünf Uhr am frühen Morgen. Danach wissen sie ganz genau, wie groß die Getreidebestände aller Haushalte sind. Wer weniger Getreide zu Hause hat, bekommt mehr Hilfslieferungen. Es wird nicht darüber geredet, sondern sofort gehandelt.

Dies hat sich tief ins Gedächtnis von Shi Chunyang eingeprägt. Er sagt: "Mit dieser entschlossenen Handlungsweise ist jede Art von Opportunismus unmöglich. Wenn du selbstsüchtig bist und die Mitmenschen nicht auf Augenhöhe behandelst(die chinesische Redewendung lautet: ‚Eine Schüssel voll Wasser ganz stabil halten'), werden die Massen dir nicht vertrauen. ‚Auf Augenhöhe' bedeutet eben auch, dass die Art und Weise zur Problemlösung von allen akzeptiert werden soll."

Der 7. Oktober 1975 ist der Tag, an dem Xi Jinping Liangjiahe verlässt. Als er am Morgen die Tür aufmacht und aus seiner Wohnhöhle tritt, sieht er schon gleich, dass der Wohnhof und der Wegesrand voller Menschen sind. Alle Dorfbewohner, egal ob jung oder alt, sind da. Sie halten rote Datteln und Hirse in der Hand. Tränen fließen Xi Jinping aus den Augen.

An diesem Tag haben alle Dorfbewohner spontan entschlossen, nicht arbeiten zu gehen. Stattdessen stehen sie Schlange, um Abschied von Xi Jinping zu nehmen. Sie begleiten Xi, bis er sich fünf Kilometer vom Dorf entfernt.

Mehrere Jahre später blickt Xi Jinping liebevoll auf Liangjiahe zurück: In seinen Augen ist Liangjiahe ein Wendepunkt für sein Leben. Er sagt: "Wenn man mit beiden Füßen fest auf der Erde steht und unter die Leute geht, dann fühlt man sich sehr sicher und kräftig. Ich habe Wurzeln auf dem Plateau im Norden von Shaanxi geschlagen. Hier hat sich meine feste Überzeugung herausgebildet, auf realistische Weise dem Volk zu dienen. Zwar bin ich damals weggegangen, aber mein Herz ist hier geblieben."

Nachdem Xi Jinping Liangjiahe verlassen hat, denkt Shi Chunyang häufig über das Wort "auf Augenhöhe" nach. Er stellt diesbezüglich fest: In Zeiten des Materialmangels schenkt man der Gleichberechtigung Beachtung. Aber in Zeiten der schnellen Wirtschaftsentwicklung ist es am wichtigsten, dass die Schüssel zuerst mit Wasser gefüllt ist, bevor man sie ganz stabil hält ("auf Augenhöhe"). Aber woher kommt das Wasser? In Kombination mit dem Entwicklungsplan des Kreises Yanchuan hat Shi Chunyang ein Programm zur Entwicklung der Apfel-Branche in Liangjiahe vorgelegt.

Am 13. Februar 2015 geht Xi Jinping nach Liangjiahe zurück, um die Dorfbewohner zu besuchen. Als er erfährt, dass auf den Bergen Apfelbäume gepflanzt wurden, geht er bergauf, um die Apfelgärten zu besichtigen. Shi Chunyang informiert ihn: „Abgesehen von den Personalkosten reichen gut 1000 Yuan für Pestizid und Dünger für ein Mu Apfelbäume aus. Nach fünf Jahren tragen die Bäume Früchte und jährlich können mehrere Tausend Yuan erwirtschaftet werden. In der Blütezeit soll das jährliche Einkommen 20.000 Yuan übertreffen." Xi Jinping, der diese Worte hört und die Apfelgärten auf den Bergen sieht, lacht vor Vergnügen. Xi sagt, es sehe so aus, als habe sich Sui Wa das entsprechende Wissen angeeignet, um die Dorfbewohner bei der Entwicklung der Geschäfte anführen zu können. Die Schüssel werde nun mit immer mehr "Wasser" gefüllt.

Nach dem Jahr 2014 wurde Liangjiahe zu einem Magneten für die Touristen. Die Dorfverwaltung fing an, den kulturellen Tourismus nach Kräften zu entwickeln. Am 1. Mai 2015 wurde die Gesellschaft für die Entwicklung des kulturellen Tourismus in Liangjiahe gegründet. Shi Chunyang hatte damals speziell Fachleute gebeten, Regeln und Vorschriften für die Firma auszuarbeiten. Dadurch wurde ein vollständiges Verwaltungssystem etabliert. Aus den Dorfbewohnern wurden Firmenangestellte. Es gelang mehr als 60 Prozent der Dorfbewohner, vor der „eigenen Haustür" zu arbeiten.

(Redakteur: Daniel Yang)

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