Thema:
Startseite > Reise > Artikel

Reisebericht (I): Göttliche Epen, im Traum erlangt

Datum: 19.07.2017,10:04:24 Quelle:China Tibet Online

Am Spätnachmittag nach einem Regenfall gingen wir auf einem matschigen Pfad in einem Vorort der Stadt Seda. Dann traten wir erwartungsvoll in ein weißes Zelt ein, um eine berühmte Gesar-Bänkelsängerin zu besuchen.


Das Bild zeigt die Bänkelsängerin Ogzin Drolma.

Sie heißt Ogzin Drolma und ist 72 Jahre alt. Man sagt, dass sie mit 13 Jahren von der Weide ihrer Familie zum Fuß des heiligen Bergs Drupri nordwestlich der Kreisstadt schlenderte. Nachdem sie dort allein übernachtet hatte, begann sie, auf der Seda-Steppe verschiedene Steine zu sammeln und zu diesen Steinen zu singen. Sie hat eine einzigartige Stein-Gesar-Bänkelgesangsweise geschaffen und wurde dadurch von einem Rinpoche für die Reinkarnation der Tochter des hinterlistigen Onkels von Gesar, dem Heldenführer der tibetischen Stämme, gehalten. Bisher hat sie insgesamt fünf vollständige Gesar-Epen gesungen. Darüber hinaus kann sie einige Gesar-Legenden singen. Heute ist sie Verbreiter des immateriellen Kulturerbes der Provinz Sichuan und bekommt jedes Jahr eine Sondersubvention von 10.000 Yuan.



Das Bild zeigt den Hut der Bänkelsängerin.

Ogzin Drolma kann wegen ihres hohen Alters nicht mehr gut gehen. Sie wollte mit dem Stock aufstehen und die Gäste begrüßen, doch wir deuteten ihr an, sitzenzubleiben. Sie erklärte uns jeden Stein neben ihr und die Herkunft der Steine sowie ihre Legenden. Unaufhörlich bot sie uns Tee an, unterhielt sich mit uns, witzelte und murmelte vor sich hin.

Ein Begleiter machte uns dezent darauf aufmerksam, dass Bänkelsänger wie sie nicht sofort singen, sondern sich langsam aufwärmen und sich auf den Auftritt vorbereiten müssen. Endlich hob sie den Lautsprecher auf und begann, zu singen. Aber sehr schnell hörte sie wieder auf und unterhielt sich weiter mit uns. Sie setzte mehrmals neu an, doch leider hat schließlich keinen langen Bänkelgesang vorgeführt. Der Begleiter erklärte, dass sie manchmal so nervös sei, dass sie kein Gefühl finden könne. Einmal konnte sie auf einer Konferenz vor der Presse nicht singen, obwohl man lange darauf gewartet hatte. Erst nachdem zahlreiche Zuschauer die Konferenz verlassen hatten und nur noch drei oder vier da waren, begann sie plötzlich, zu singen, und die Aufführung dauerte mehr als zwei Stunden. Außerdem erfuhren wir, dass die alte Frau vor einigen Jahren einen Verkehrsunfall erlebt hat. In ihrem hohen Alter kann sie auch nicht mehr so schnell denken wie früher.
 

(Editor:Soong)

Menschen

Mehr>>
Xigazê, Prüfungsstäte für eine Person Müll sammeln auf dem Mt. Qomolangma Tibetischer Mittachziger überliefert Sanskrit Der Thangka-Überlieferer Karma Kagyu Thangka-Maler werden immer jünger
12345
  

Auch interessant