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Wie wird die Reinkarnation des Dalai Lama gefunden?

Datum: 15.02.2016,15:44:25 Quelle: China Tibet Online

Die Reinkarnation gilt als die einzigartige Überlieferungsmethode des tibetischen Buddhismus. Der tibetische Buddhismus besagt, dass es bei der Geburt eines lebenden Buddhas mit Sicherheit einige außergewöhnliche, natürliche Erscheinungen gebe. Dem Begriff Reinkarnation zufolge sollte ein lebender Buddha vor dem Nirwana in diesem Leben etwas über seine Reinkarnation weissagen beziehungsweise gebe es vor und nach seinem Nirwana einige außergewöhnliche Vorzeichen. Die Schutzgottheiten des lebenden Buddhas suchen laut diesen Vorzeichen oder der Weissagung nach dem wiedergeborenen Buddha. Das gefundene Kind wird als „Seelenkind“ bezeichnet.

Der 11. Panchen Lama saß vor dem Bild des 10. Panchen Lamas

1. Testament

Die großen lebenden Buddhas machen vor dem Nirwana ein Testament, insbesondere bei der Karma-Kagyü-Schule. Zum Beispiel sagte der 16. Karmapa vor seinem Nirwana: „Es gibt auf dem Weideplatz im Osten des tibetischen Hochlands eine Familie. Der Vater heißt Dondrup und die Mutter Loga. Ich werde dort wiedergeboren.“ Der 17. Karmapa ist aufgrund dieses Anhaltspunktes gefunden worden.

2. Entsendung des Gottes

Die Entsendung des Gottes bedeutet, dass der Gott an einem menschlichen Körper haftet, die Anweisung des Gottes weitergibt und das Seelenkind festlegt. Die Gelug-Schule führt normalerweise diese Methode durch. Üblicherweise kann der Mensch, an dessen Körper der Gott haftet, die Richtung des Geburtsorts und die Namen der Eltern des Seelenkindes korrekt voraussagen.

3. Schicksalsdeutung

Nach dem Nirwana eines großen lebenden Buddhas legen die hochgebildeten Mönche dieser Schule per Schicksalsdeutung die Himmelsrichtung des Geburtsorts des Seelenkindes fest. Normalerweise sollen sich die Schicksalsdeutung und die heiligen Vorzeichen gegenseitig bestätigen.

Der Lhamo Lhatso Co im Regierungsbezirk Shannan

4. Seebetrachtung

Der Lhamo Lhatso Co im Regierungsbezirk Shannan und der Yomtse Lüco in der Stadt Shigatse sind die beiden bestätigten heiligen Seen in Tibet. Durch frommherzige Gebete werden die Himmelsrichtung des Geburtsorts und das Tierkreiszeichen des Seelenkindes im See offenbart.

Beispielsweise war der 10. Penchen Lama nach Norden gestorben. Während der Seebetrachtung tauchte eine heilige Erscheinung im Süden des Sees auf. Es handelte sich um eine tibetische Frau, neben der ein etwa fünf Jahre alter Junge stand. Neben dem Jungen gab es noch ein braunrotes Pferd. Daraus konnte man im wesentlichen ersehen, dass das Seelenkind in der nordöstlichen Richtung des Klosters Trashilhünpo (des traditionellen Sitzes des Penchen Lama) lebte und sein Tierkreiszeichen Pferd ist.

Der Panchan Lama machte die Rasur des kleinen lebenden Buddhas.

Die oben erwähnten vier Methoden können nur Anhaltspunkte bieten, aber nicht auf die Identität des Seelenkindes korrekt hinweisen. Ihnen zufolge würde man wahrscheinlich mehrere entsprechende Kinder finden. Dann muss man in die nächste Phase eintreten: das Seelenkind identifizieren.

1. Körperhaltung und Rede des Seelenkindes

Laut dem Begriff der Reinkarnation hat das Seelenkind auf jeden Fall unterschiedliche Merkmale zu anderen Kindern. Zum Beispiel sagte der 11. Penchen Lama beim ersten Treffen mit den hochgebildeten Mönchen, die nach ihm suchten, dass er sie kenne, und forderte sie auf, ihn ins Kloster Trashilhünpo zu bringen. Der fünfjährige Penchen Lama sagte, dass er noch eine Holzschüssel im Kloster Trashilhünpo habe.

2. Den Nachlass des lebenden Buddhas erkennen

Die Suchenden stellen oft einige Gegenstände aus dem Nachlass des verstorbenen lebenden Buddhas und einige gefälschte Gegenstände zusammen vor den gefundenen Kindern und lassen sie den Nachlass erkennen. Wer ihn richtig erkennt, wird es als das Seelenkind anerkannt. Beispielsweise wurden vier Kinder als Reinkarnation des 6. Penchen Lama gefunden. Die Suchenden ließen die Kinder die Gegenstände aus dem Nachlass des 6. Penchen Lama, darunter Teetasse, Klingel, Pistill und Gebetskette, auswählen. Schließlich waren nur die von dem Kind aus dem Kreis Bainang in Shigatse ausgewählten Gegenstände tatsächlich aus dem Nachlass des 6. Penchen Lama.

(Editor:Soong)

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