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Tenzin Dorje: Geschichte eines „modernen Rinpoche“ (Teil 1)

Datum: 12.01.2018,10:32:46 Quelle: China Tibet Online

Tendors voller Name ist Tenzin Dorje. Er ist Rinpoche des dem Kloster Drigung Thil in Lhasa untergeordneten Klosters Yangrigang. Die Drigung-Kagyü-Schule hat zwei wichtigste Rinpoche: den Chetsang Rinpoche und den Chungtsang Rinpoche. Er ist der vom Chungtsang Rinpoche anerkannte 6. Paru Rinpoche des Klosters Yangrigang. Tendors Erinnerungen daran, wie er Rinpoche wurde, sind weder tief noch reich. Er kann sich nur daran erinnern, dass der Chungtsang Rinpoche Kontakt mit seinem Vater aufnahm, als er sieben oder acht Jahre alt war. Am 3. Tag nach dem tibetischen Kalender war er mit seinem Vater beim Chungtsang Rinpoche zuhause zu Besuch. Dann ist er zu einem der hundert Rinpoche von Tibet geworden.

1. Vater und Sohn als Rinpoche

Auf dem Platz Drigung Thil steht ein Bus zum Kloster in der Nähe. Dort gibt es eine sehr schöne heiße Quelle. Tendor will sie auch mal besuchen, denkt jedoch langsam darüber nach. Dann telefoniert er. „Ich habe meinen Vater angerufen, um zu fragen, ob er damit einverstanden ist.“ Er gibt zu, dass er Angst vor seinem Vater hat, ohne zu zaudern. Sein Vater hält ihn streng zur Ordnung an. Er lacht und sagt, dass er Schläge vom Vater bekam, bis er 19 Jahre alt war.

Tendors Vater heißt Tsering Phuntsok und ist im Kreis Dêqên in der Nähe von Lhasa geboren. Im Alter von sieben oder acht Jahren wurde er vom Kamarpa der Karma-Kagyü-Schule als der 2. Akong Rinpoche anerkannt. Tendor erzählt, in der Geschichte des Klosters Drigung Thil gebe es viele große Meister, zu denen Akong zählt. Tendors Vater sei vier bis fünf Tage zum Kloster Drigung Thil geritten und habe begonnen, dort mit dem vom Kloster ausgewählten Sutren-Erklärer zu lernen.

Tsering Phuntsoks Identität und Leben als Akong Rinpoche wurde bald durch die „Kulturrevolution“ unterbrochen. Er wurde gemeinsam mit anderen berühmten Rinpoche zur Umerziehung durch Arbeit gesendet. Er war als Bauarbeiter tätig und hatte auch bei einer Farm in Lhoka geangelt. Später heiratete er die Näherin Doka in der Stadt Lhasa, die eine halbe Blutverwandtschaft von Han-Chinesen hat. Sie haben drei Kinder. Tendors ältere Schwester studiert Architektur an der Tibet-Universität, die jüngere Schwester Jura an der Zentralen Universität der Nationalitäten. Nicht weit von Tendors Zimmer wird derzeit die Schutzgott-Halle gebaut. Tendor sagt stolz, dass das Aussehen des Klosters von ihm entworfen und die innere Struktur mit Hilfe seiner älteren Schwester geschaffen worden sei. Zuhause halten sowohl seine Eltern als auch seine Schwester ihn nicht für eine spezielle Person. Tendor mag das.

Beim Besuch einer großen Halle im Kloster Drigung Thil weist er auf die Masken, die an der Wand hängen, und sagt: „Diese sind von meinem Vater angefertigt worden. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich im Alter von 16 oder 17 Jahren als sein Assistent arbeitete. Die Randverzierungen dieser Masken habe ich gemalt.“ Obwohl der frühere Akong Rinpoche schon geheiratet und Kinder hat, genießt Tendors Vater im Kloster Drigung Thil noch den Respekt der Gläubigen und Mönche. Er nimmt noch am Klosterbau, an Geldsammlungen und anderen großen Veranstaltungen teil.

 

Autor: Li Jing

Quelle: Sanlian Life Week

Übersetzt von China Tibet Online

Editor: Li Hongqing

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