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Tibets erster in Japan studierender Student (Teil 2)

Datum: 01.03.2018,09:58:33 Quelle: China Tibet Online

Während des Studiums in Japan bekam der Rinpoche Cawache ein Chiffre-Telegramm, das der Dalai Lama aus Indien schickte. Darin hieß es: „Der Dalai Lama hat sich entschieden, nach Tibet zurückzukehren. Cawa hat wichtige Angelegenheiten zu erledigen. Komm bitte sofort nach Indien!“ Dann musste Cadrup sein Studium in Japan unterbrechen und nach Indien zurückkehren. Er vereinbarte mit dem Nishi Hongan-ji, nach Japan zurückzukehren und das Studium fortzusetzen, nachdem er aus Indien den 13. Dalai Lama bei seiner Rückkehr nach Tibet begleitet hatte.

 Am 23. Januar 1912 verließen der Rinpoche und seine fünf Begleiter Kobe. Über Hongkong und Singapur kamen sie reibungslos in Kalkutta an. Damals hatte der Dalai Lama Darjeeling verlassen und blieb in Kalimpong. Er wollte von hier nach Tibet zurückkehren. Im März erreichten der Rinpoche und seine Begleitung Kalimpong und hatten beim Dalai Lama eine Audienz. Damals sorgte sich der Dalai Lama sehr um die chaotische Lage im chinesischen Festland nach der Revolution von 1911. Er freute sich darüber, dass Cadrup bei seinem kurzen Aufenthalt in Japan neue Kenntnisse gelernt hatte, und schätzte ihn hoch. Bald wurde er zum begleitenden Gelehrten des Dalai Lama ernannt, womit sein Auslandstudium in Japan zu Ende gegangen war.

Später ließ der Dalai Lama den Rinpoche Cawache allmählich in Ungnade fallen. Charles Alfred Bell schrieb in seinem Buch „Tibet. Past and Present“: „Cawa war ein fähiger Mensch. Deswegen war es ihm schwer zu vermeiden, in Konflikt mit den Mächtigen Tibets zu geraten. Er hatte in Tibet großen Einfluss, weil er ein gelehrter Mönchbeamter war. Er war dem Dalai Lama absolut treu, empfand aber tiefen Schmerzen über die Extrakonservativität Tibets. Er wies auf einen Hund vom Oberst Kennedy und sagte: ‚An meinem Hals gibt es auch ein Band.‘“ Von seinen späteren Erlebnissen aus gesehen ist das Auslandsstudium in Japan für sein ganzes Leben eine Tragödie, weil ein Mann, der neue Gedanken aus dem Ausland bekommen hat, keinen Gesinnungsfreund in der traditionellen tibetischen Gesellschaft finden konnte.

Später verließ Cadrup das Kloster und kehrte ins weltliche Leben zurück. Er heiratete und bekam zwei Töchter und einen Sohn. Seitdem hat er die Stellung in der tibetischen buddhistischen Gesellschaft verloren. Als Rinpoche bekam er sehr viele Almosenspenden von den Gläubigen. Nach der Rückkehr ins weltliche Leben verließen die Gläubigen und Gefolge ihn. Sein Leben wurde schwierig.

Erwähnenswert ist, dass sich der über 70 Jahre alte Rinpoche Cawache nach der Befreiung Tibets 1951 mit großer Leidenschaft in der tibetischen Revolution engagierte. Unterdessen nahm er gleichzeitig mehrere Arbeitsplätze auf, er war beispielsweise Mitglied des Verbandes der patriotischen Jugendlichen Tibets, Vorstandsvorsitzender und Vizerektor der Sexin-Grundschule von Lhasa, Vizerektor und Lehrer der Kaderschule des Militärbezirks Tibet sowie Vizechefredakteur der „Tibet Daily“. Außerdem hat er tibetischen Lehrstoff für die Schule verfasst.

Nach der Gründung der Kommission für Redigieren und Bearbeiten des Militärbezirks Tibet 1952 war der Rinpoche Cawache als ständiges Mitglied tätig und für das Übersetzen und Veröffentlichen der „Tibetischen Kurznachrichten“ und das Übersetzen anderer Materialien zuständig. Inzwischen schuf er gemeinsam mit einigen patriotischen Persönlichkeiten aufgrund ihres umfangreichen Wissens viele neue tibetische Wörter und löste viele schwierige Probleme. Heute sind viele in den 1950er Jahren entstandene neue tibetische Wörter die intelligenten Früchte der tibetischen Gelehrten, die damals gemeinsam mit ihm gearbeitet haben. Sein Werk „Cadrups Grammatik“ (Tibetisch) ist bis heute noch bei den Lesern sehr beliebt.

Im Alter von 78 Jahren starb Cadrup am 1. Dezember 1957 in Lhasa.

 

Autor: Qin Yongzhang

Quelle: China’s Tibet

Übersetzt von China Tibet Online

Editor: Li Hongqing 

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