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Das Shalu-Kloster in Süd-Tibet

Datum: 27.03.2018,11:20:39 Quelle: China Tibet Online

Die meisten Klöster in Tibet befinden sich auf den steilen Berghängen in den berühmten Gebirgen, weil in der alten Zeit ein großes Kloster das politische und militärische Zentrum einer Region oder eines Stamms war. Das große Gebirge konnte dem Kloster mehr Geist geben und man konnte sich auch aufgrund der steilen geografischen Lage besser gegen Feinde verteidigen. Das Shalu-Kloster ist jedoch das Gegenteil. Es wurde auf der flachen Ebene westlich der Stadt Shigatse an der Kreuzung südlich des Flusses Nyangchu mit dem Fluss Xaqu gebaut. Es verfügt weder über eine feste Burg und Türme wie das Sakya-Kloster noch über Großartigkeit wie das Drepung-Kloster, sondern zieht die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich wegen seiner friedvollen Umwelt und einzigartigen Baukunst. Es gibt hier üppige Wälder und Bäume sowie Tausende Hektar fruchtbares Ackerland. Obwohl es an militärischem Vorteil fehlt, ist es ein guter Ort für das Üben und Lernen.

Über den Namen des Klosters Shalu teilt der Abt des Klosters, Lobsang Gyaco, mit, ein junger Mönch namens Cetsün Sherab Chungne habe im 11. Jahrhundert die Gelder für den Bau des Klosters gesammelt. Dann habe er einen Meister in einem kleinen Kloster im Gebirgspass nördlich des Flusses Xaqu über den Standort des Klosters befragt. Der Meister habe Pfeil und Bogen erhoben und gesagt: „Du sollst an der Stelle, an die der von mir geschossene Pfeil hinfällt, das Kloster errichten. Ich stelle das Glück für dich sicher.“ Schließlich sei der Pfeil ins Rapsfeld am Bergfuß gefallen. Daraufhin richtete Sherab Chungne dort einen buddhistischen rituellen Ort ein und nannte ihn „Shalu-Kloster“, was „dynamisches Kloster wie der grüne Rapssämling“ bedeutet. Vielleicht gab es wirklich eine Segnung von Gottheiten. Das Kloster boomte Tag für Tag, wie zu erwarten. Die Gläubigen und Handelsleute trafen gleichzeitig um das Kloster zusammen, so dass es sich schnell zu einem der zehn Geschäftsmärkte auf dem tibetischen Hochland entwickelte. Hundert Jahre später richtete der Yuan-Kaiser in Tibet 13 Residenzen ein, die jeweils 10.000 Familien verwalteten und für die Politik und Religion zuständig waren. Sie entsprechen den heutigen administrativen Institutionen auf Regierungsbezirksebene. Die Shalu-Residenz davon befand sich hier und war so bekannt wie die Gemeinden Sakya und Nêdong.

Im Jahr 1329 wurden das Kloster Shalu und die umgebenden Wohnhäuser von einer riesigen Überschwemmung zerstört. Allerdings brachte die Katastrophe dem Kloster eine seltene Gelegenheit. Der damalige Abt des Shalu-Klosters, Meister Purdain Ringdrupqen, informierte die Zentralregierung rechtzeitig über die Katastrophe und schwor, das Shalu-Kloster zu restaurieren und auszubauen, um die buddhistischen Lehren zu verbreiten. Der damals 40 Jahre alte Meister Purdain war in der Region Ü-Tsang sehr berühmt für seine Kenntnisse und wurde vom Yuan-Kaiser hochgeschätzt. Er unterstützte mit allen Kräften den Meister Purdain für den Wiederaufbau des Shalu-Klosters, hatte sowohl zahlreiche große gelbe Ziegel und grüne glasierte Dachziegel, die extra für den Aufbau der Paläste und Schlösser verwendet wurden, als auch viele Techniker und Maler nach Tibet geschickt, um bei dem Design und Aufbau zu helfen. So entstand auf dem tibetischen Hochland ein Klostergebäude, dessen Farben und Gestalten sich ganz von den anderen tibetischen Klöstern unterscheiden. Es handelt sich um wertvolle Materialien für die Forschung über die Kultur verschiedener Nationalitäten auf dem tibetischen Hochland im Mittelalter.

Das Hauptgebäude des Shalu-Klosters ist eine Coqen-Halle, die so hoch wie ein dreistöckiges Gebäude ist und die große Gebetshalle, den Pilgerkorridor und mehr als zehn Gottheitshallen hat. In der Mitte der Coqen-Halle hängt ein riesiges Thangka-Bild des auf dem Altar sitzenden Meisters Purdain. Die Statue des Meisters Purdain hinter dem Thangka-Bild wird bald fertiggestellt. Jeden Tag lesen die Mönche angesichts des Meisters Sutren vor.

In der inneren Gottheitshalle in der Lesehalle werden den Statuen von Schakjamuni und seinen acht Schülern Opfer dargebracht. In den rechten und linken Nebenhallen werden den Statuen von Amitabha und Avalokiteshvara Opfer dargebracht. In den Hallen an den beiden Seiten werden die alten Holzschnitzversionen des Kanons des tibetischen Buddhismus „Kanjur“ und „Tanjur“ offensichtlich erhalten, die vom Meister Purdain bearbeitet sind. Es handelt sich um den wertvollsten Schatz des Shalu-Klosters. Im ersten Stockwerk sind neben den Statuen von Schakjamuni und seinen 16 Arhat sowie Tsongkhapa und seinen Schülern die Statue und der Bronzestupa des Meisters Purdain am hervorragendsten. Diese Statue wurde kurz nach dem Nirwana des Meisters angefertigt, womit die wahrste und zuverlässigste Gestalt dieses antiken Gelehrten für uns aufgezeichnet wurde.

 

Autor: Li Jiajun

Quelle: Tibetan Folklore

Übersetzt von China Tibet Online

Editor: Li Hongqing

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