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Quqmi Tsedim, Restaurator für Palmblattmanuskripte

Datum: 09.05.2018,10:26:36 Quelle: China Tibet Online

Quqmi Tsedim prüft die Sutren

Norbu Lingka bedeutet „Schatzgarten“. Er befindet sich am westlichen Vorort der Stadt Lhasa des Autonomen Gebiets Tibet. Es handelt sich um einen typischen Garten im tibetischen Stil. 1995 wurde die tibetische Verwaltung für den Norbu Lingka gegründet. Zwei Jahre später kam Quqmi Tsedim dorthin und startete seine Arbeit für den Schutz der Kulturgegenstände. Mittlerweile sind 21 Jahre vergangen.

Was Quqmi Tsedim an der Arbeit am meisten beeindruckt, ist, dass er im Jahr 2006 an der Restaurierung der Palmblattmanuskripte teilnahm, die als „Riesenpanda des Buddhismus“ bezeichnet werden. Es handelt sich um die auf Palmblättern geschriebenen Sutren. Die vorhandenen Palmblattmanuskripte in Tibet stammen aus dem antiken Indien. Inhaltlich haben sie eng mit dem tibetischen buddhistischen Kanon „Kanjur“ und „Tanjur“ zu tun und beinhalten im Großen und Ganzen die traditionelle tibetische Kultur der „großen und kleinen zehn Lehren“. Es sind Materialien aus erster Hand für die Forschung über die Geschichte des Buddhismus, der buddhistischen Übersetzung, der Wissenschaft und Technik sowie des Kulturaustausches zwischen China und Indien, und sie verfügen über sehr hohen Dokumentationswert. Die meisten sind zwischen dem 8. und dem 14. Jahrhundert geschrieben worden.

Wegen des trockenen Klimas von Tibet, der einzigartigen Schutzmethoden und des starken Schutzbewusstseins werden die Palmblattmanuskripte in Tibet vollständig erhalten. Unter den vorhandenen weniger als 1000 Palmblattmanuskripten gibt es 60 bis 80 Prozent in Tibet. Bis heute sind fast 60.000 Blätter handgeschriebene Palmblattmanuskripte auf Sanskrit (einschließlich mancher umgeschriebener Kopien auf Sanskrit und Tibetisch) in Tibet erhalten.

Wegen der Knappheit und weil die meisten Palmblattmanuskripte auf Sanskrit geschrieben sind, gibt es sehr wenige Menschen, die die Palmblattmanuskripte richtig kennen und verstehen. Quqmi Tsedim hat Erfahrungen in der Restaurierung der Kulturgegenstände. Zuvor hatte er auch Sanskrit systematisch gelernt. Nachdem das Team zum Schutz der Palmblattmanuskripte ein von Quqmi Tsedim geschriebenes Buch über die Geschichte der Palmblattmanuskripte gesehen hatte, ist es zum Norbu Lingka gekommen, um ihn zu treffen.

Quqmi Tsedim schreibt ein kalligrafisches Werk auf Sanskrit.

Sanskrit ist schwer. Viele Schriften muss man anhand von Materialien erkennen. Um die Palmblattmanuskripte besser zu restaurieren, hat Quqmi Tsedim mehr als zehn Arten Sanskrit erforscht. Die Restaurierung der Palmblattmanuskripte besteht aus Arbeitsgängen wie dem Suchen, dem Ordnen, dem Kopieren, dem Binden und dem Kategorisieren. Üblicherweise finden das Kopieren und das Binden gleichzeitig statt. Beim Binden hat Quqmi Tsedim zum ersten Mal den traditionellen Leim, der für die Restaurierung der Buddha-Statuen verwendet wurde, für die Restaurierung der Palmblattmanuskripte benutzt und statt Nähen das Kleben angewendet, wodurch eine unbeschädigte Restaurierung verwirklicht worden ist. Beim Kopieren sind kein Blatt und noch nicht einmal ein Rudiment verpasst worden. Jedes originale Blatt ist kopiert, geordnet, kategorisiert und ins Archiv gebracht worden.

Innerhalb von sechs Jahren haben Quqmi Tsedim und andere Experten aufgrund der Aufzeichnungen in verschiedenen Schriften auf Tibetisch, Chinesisch und Englisch über die Palmblattmanuskripte eine umfassende Untersuchung in den Klöstern, Ruinen und im Zuhause der Bürger in 41 Kreisen im ganzen Autonomen Gebiet Tibet durchgeführt. Die Fahrt war insgesamt 17.000 Kilometer lang.

Quqmi Tsedim trug während der Restaurierung der Kulturgegenstände von Norbu Lingka zwischen 2001 und 2005 die wichtige Aufgabe, Sanskrit auf den 68 Zweigen der Hauptachse der neu gestalteten Statuen zu schreiben. Um die Restaurierung mehrerer tibetischer Schriftstücke zu vollenden, hat er gewissenhaft Materialien nachgeschlagen und viele Überstunden gemacht.

Quqmi Tsedim zeigt ein kalligrafisches Werk.

 

Autor: Zhao Yao

Quelle: China Tibet Online

Übersetzt von China Tibet Online

Redakteur: Li Hongqing  

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